• Der Schweizer Franken gewinnt, da das Friedensabkommen zwischen den USA und Iran die Nachfrage nach sicheren Häfen für den US-Dollar verringert.
  • Sinkende Ölpreise veranlassen Händler, den geldpolitischen Ausblick der Federal Reserve neu zu bewerten.
  • Die geldpolitischen Entscheidungen der Fed und der SNB stehen diese Woche im Fokus, wobei von beiden Zentralbanken erwartet wird, die Zinssätze unverändert zu lassen.

Der Schweizer Franken (CHF) legt am Montag gegenüber dem US-Dollar (USD) zu, da die Nachfrage nach dem sicheren Hafen Greenback nach dem Friedensabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten nachlässt. Bei Redaktionsschluss notiert USD/CHF bei rund 0,7923 und damit 0,60 % tiefer im Tagesverlauf.

Die Marktstimmung hat sich verbessert, da der viermonatige Konflikt offenbar dem Ende entgegengeht, mit einer formellen Unterzeichnungszeremonie, die für Freitag erwartet wird. Im Rahmen des 60-tägigen Memorandums of Understanding (MoU) wird die US-Regierung ihre Blockade der iranischen Häfen aufheben, während der Iran die Straße von Hormus für den Handelsschiffverkehr wieder öffnen wird.

Verhandlungen über Irans Nuklearprogramm, Sanktionserleichterungen und die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte werden in diesem Zeitraum fortgesetzt.

Nach den jüngsten Entwicklungen eröffneten der US-Dollar und die Ölpreise die Woche mit einer bärischen Kurslücke. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei rund 99,46 und bewegt sich nahe einem Ein-Wochen-Tief.

Unterdessen überdenken Händler die geldpolitische Aussicht der Federal Reserve (Fed), da der Pullback bei den Ölpreisen die Erwartungen verringert hat, dass die US-Zentralbank später in diesem Jahr die Zinsen anheben muss.

Die Marktaufmerksamkeit richtet sich nun auf die geldpolitische Bekanntgabe der Fed am Mittwoch, bei der allgemein erwartet wird, dass die Entscheidungsträger die Zinsen unverändert lassen.

Die US-Inflation ist jedoch seit Beginn des Krieges stark beschleunigt und stieg im Mai auf 4,2 %, mehr als das Doppelte des Inflationsziels der Zentralbank von 2 %. Daher könnte die Fed signalisieren, dass die Zinsen für einen längeren Zeitraum auf einem hohen Niveau bleiben, da die Verantwortlichen weiterhin entschlossen sind, die Inflation wieder auf das Zielniveau zu bringen.

Unterdessen war der inflationsbedingte Einfluss höherer Ölpreise in der Schweiz weitgehend begrenzt. Die Inflation bleibt nahe dem unteren Ende des Zielbereichs der Schweizerischen Nationalbank (SNB) von 0 % bis 2 %, was die Erwartungen bestärkt, dass die Zentralbank ihre derzeitigen geldpolitischen Einstellungen beibehält.

Es wird allgemein erwartet, dass die SNB die Zinssätze bei ihrer geldpolitischen Entscheidung am Donnerstag unverändert bei 0 % belässt. Eine am Montag veröffentlichte Reuters-Umfrage ergab, dass alle 28 befragten Ökonomen erwarten, dass die SNB die Zinssätze in diesem Jahr unverändert lässt. Nur vier Befragte prognostizieren ein oder zwei Zinserhöhungen um einen Viertelpunkt im Jahr 2027.

Inflation - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Inflation misst die Preissteigerung eines repräsentativen Warenkorbs von Gütern und Dienstleistungen. Der Anstieg wird in der Regel als prozentuale Veränderung zum Vorjahresmonat oder Vorquartal ausgewiesen. Die Kerninflation, die volatile Güter wie Lebensmittel und Energie ausschließt, ist der Maßstab, an dem sich Zentralbanken orientieren, um Preisstabilität zu gewährleisten.

Der Verbraucherpreisindex (CPI) misst die Preisentwicklung eines Warenkorbs von Gütern und Dienstleistungen über einen bestimmten Zeitraum. Er wird in der Regel als prozentuale Veränderung im Vergleich zum Vormonat (MoM) und zum Vorjahresmonat (YoY) ausgedrückt. Der Kern-CPI, der volatile Komponenten wie Lebensmittel und Energie ausschließt, steht im Fokus der Zentralbanken. Wenn der Kern-CPI über 2 % steigt, führt dies in der Regel zu Zinserhöhungen, und umgekehrt, wenn er unter 2 % fällt. Höhere Zinssätze sind in der Regel positiv für eine Währung, da sie zu Kapitalzuflüssen führen.

Entgegen der Intuition kann hohe Inflation den Wert einer Währung steigern, da Zentralbanken in der Regel die Zinsen erhöhen, um die Inflation zu bekämpfen. Dies lockt internationale Investoren an, die von höheren Renditen profitieren möchten.

Gold galt lange als sicherer Hafen in Zeiten hoher Inflation, da es seinen Wert behielt. In jüngerer Zeit hat sich dies jedoch verändert. Zwar wird Gold in Krisenzeiten nach wie vor als sicherer Hafen genutzt, doch hohe Inflation führt oft dazu, dass Zentralbanken die Zinssätze anheben. Dies belastet Gold, da höhere Zinsen die Opportunitätskosten für das Halten von Gold im Vergleich zu zinsbringenden Anlagen erhöhen. Niedrigere Zinsen hingegen machen Gold wieder attraktiver.

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