- EUR/USD hält sich fest, da das Friedensabkommen zwischen den USA und Iran die Nachfrage nach dem US-Dollar als sicheren Hafen verringert.
- Niedrigere Ölpreise verbessern die Aussichten für die energieabhängige Eurozonenwirtschaft.
- Investoren richten ihren Fokus auf die Zinsentscheidung der Fed am Mittwoch.
EUR/USD hält sich am Montag fest, da das Friedensabkommen zwischen den USA und Iran die Risikoappetit stärkt und die Nachfrage nach dem US-Dollar (USD) als sicheren Hafen verringert. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts handelt das Paar um 1,1598 nach einem Intraday-Hoch von 1,1662.
Es wird erwartet, dass die USA und der Iran am Freitag eine endgültige Vereinbarung unterzeichnen, nachdem beide Seiten am Sonntag bestätigt hatten, dass sie einen Rahmenvertrag zur Beendigung des viermonatigen Krieges erreicht haben. Die Entwicklung hat die Befürchtungen vor langanhaltenden Unterbrechungen der Energieversorgung durch die Straße von Hormus, eine wichtige Route für globale Öltransporte, gemildert.
Die Aussicht auf die Wiedereröffnung der Straße trug dazu bei, die Ölpreise zu Beginn der Woche zu senken. Niedrigere Energiepreise werden auch als positiv für die Eurozonenwirtschaft angesehen, die stark von importierter Energie abhängig ist, und bieten zusätzliche Unterstützung für den Euro (EUR).
Die Händler scheinen jedoch zögerlich, vor der formellen Unterzeichnung der Vereinbarung aggressive bullische Wetten auf EUR/USD zu platzieren, da die Details des Memorandums of Understanding (MoU) unklar bleiben und die Lage weiterhin volatil ist.
Ein anhaltender Rückgang der Ölpreise würde die Inflationsrisiken verringern und den Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) mindern, die Geldpolitik nach der 25 Basispunkte umfassenden Zinserhöhung in der letzten Woche weiter zu straffen.
Mitglied des EZB-Rats Martins Kazaks sagte, die Zentralbank sehe weiterhin Aufwärtsrisiken für die Inflation und sei bereit, bei Bedarf erneut zu handeln. EZB-Politiker Joachim Nagel erklärte, die geldpolitischen Einstellungen seien „immer noch weitgehend neutral“ und warnte, dass „Sekundäreffekte durch Energie“ nicht ausgeschlossen werden können. Nagel fügte hinzu, die EZB halte „alle Optionen offen“ für ihre Sitzung im Juli.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Zinsentscheidung der Fed am Mittwoch. Die Händler haben eine Pause vollständig eingepreist, wobei der Fokus fest auf der Forward Guidance liegt und darauf, wie die Entscheidungsträger beabsichtigen, die Inflation wieder auf das 2%-Ziel der Zentralbank zurückzuführen.
Die US-Inflation beschleunigte sich im Mai auf 4,2%, während die Kerninflation mit 2,9% relativ moderat blieb. Gleichzeitig hat die wirtschaftliche Aktivität Widerstandskraft gezeigt und der Arbeitsmarkt hat in den letzten Monaten wieder an Schwung gewonnen.
Vor diesem Hintergrund kann sich die Fed Geduld leisten, bevor sie die Zinssenkungen wieder aufnimmt, eine Haltung, die den US-Dollar weiterhin stützen könnte, selbst wenn sich die geopolitischen Spannungen entspannen.
Fed - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.
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Das sollten Sie am Montag, den 15. Juni, im Blick behalten:
Die Märkte begrüßen zu Beginn der Woche die Nachricht, dass die Vereinigten Staaten und der Iran eine Einigung über einen Rahmenvertrag zur Beendigung des Krieges erzielt haben. Im weiteren Verlauf der Sitzung stehen im US-Wirtschaftskalender die Empire State Manufacturing Umfrage der Federal Reserve Bank of New York für Juni und die Industrieproduktionsdaten für Mai im Fokus.