- Die Rohölmärkte sind am Donnerstag defensiv, da Versorgungsängste den geopolitischen Schlagzeilen weichen.
- WTI ist am Tag stark gefallen und liegt wieder unter 63,00 USD pro Barrel.
West Texas Intermediate (WTI) US-Rohöl erlebte am Donnerstag einen weiteren Rückgang, der durch eine Kombination aus der Möglichkeit eines scharfen Rückzugs von den US-Iran-Spannungen und wachsendem Skeptizismus über das Potenzial einer umfassenden 'Nachfragewelle' aus China, auf die Energieunternehmen seit Jahren setzen, in den niedrigen Bereich gedrängt wurde.
Die Internationale Energieagentur (IEA) sah sich am Donnerstag widerwillig gezwungen, ihre globalen Rohölnachfrageprognosen zu kürzen und verwies auf ein schwächer als erwartetes Nachfragewachstum in den asiatischen Segmenten sowie auf einen weiterhin hohen Überhang, selbst nachdem die kurzfristigen Ängste im Januar die Barrel-Angebote beeinflussten.
Entspannende Spannungen mischen sich mit enttäuschender Nachfrage und drücken die Barrelpreise
Laut Aussagen des israelischen Präsidenten Benjamin Netanyahu nähern sich US-Präsident Donald Trump und Irans Ali Khamenei einem möglichen Deal, der das weiterhin steigende Spannungsfeld im Nahen Osten zwischen den beiden launischen Weltführern beenden könnte. Rohölhändler haben ihre Wetten auf WTI stark reduziert, das zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts nun über 3,5% vom Tageshoch gefallen ist. Die WTI-Preise nähern sich schnell der wichtigen Marke von 62,00 USD, die günstig in der Nähe des 200-Tage-EMA (exponentiell gleitender Durchschnitt) liegt.
WTI-Stunden-Chart
WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.
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