- USD/CAD wertet ab, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar Unterstützung durch steigende Ölpreise erhält.
- Die Ölpreise stiegen nach einem Angriff auf ein Schiff in der Nähe von Oman, der die Evakuierungen der UN in der Straße von Hormus stoppte und die Sorgen um die Energieversorgung erneuerte.
- Der US-Dollar könnte Unterstützung finden, da wachsende Erwartungen an eine Zinserhöhung der Fed die Anlegernachfrage nach der Währung ankurbeln.
USD/CAD verliert zum zweiten Tag in Folge an Boden und wird während der asiatischen Handelszeiten am Freitag bei rund 1,4200 gehandelt. Das Paar wertet ab, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) Unterstützung durch höhere Ölpreise erhält. Es ist erwähnenswert, dass Kanada ein bedeutender Nettoexporteur von Rohöl ist und Erdöl die größte einzelne Quelle für Deviseneinnahmen des Landes darstellt.
Die Rohölpreise steigen nach einem mutmaßlichen Geschossangriff auf ein Frachtschiff in der Nähe von Oman, der die Evakuierungsbemühungen der Vereinten Nationen (UN) in der wichtigen Straße von Hormus abrupt stoppte und die Sorgen um die globale Energieversorgung erneuerte.
Die geopolitischen Spannungen verschärften sich nach Börsenschluss am Donnerstag, als zwei US-Beamte berichteten, dass iranische Streitkräfte auf das Frachtschiff gefeuert hätten, als es versuchte, die Straße zu passieren. Als Reaktion darauf gaben die iranischen Behörden eine deutliche Warnung heraus, dass die Sicherheit von Schiffen, die außerhalb der festgelegten Hormus-Schifffahrtsrouten unterwegs sind, nicht mehr garantiert werden könne.
Die Abwärtsbewegung des USD/CAD-Paares bleibt begrenzt, da der US-Dollar (USD) Unterstützung durch wachsende Erwartungen an eine Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) findet. Laut dem CME FedWatch-Tool haben die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von 63,4 % eingepreist, dass die Fed die Zinsen bei ihrer Sitzung am 15. und 16. September anheben wird.
Diese hawkische Stimmung wird durch beschleunigte Inflationsdaten befeuert, wobei der Gesamtpreisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) im Mai mit 4,1 % im Jahresvergleich auf den höchsten Stand seit drei Jahren stieg, nach 3,3 % im April. Dieser Anstieg, der erste Überschreiten der 4,0 %-Marke seit drei Jahren, wird hauptsächlich auf steigende Energiepreise infolge des Nahostkonflikts zurückgeführt und hält die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr fest auf dem Tisch.
Darüber hinaus stieg der von der Fed bevorzugte Kern-PCE-Index im Jahresvergleich von zuvor 3,3 % auf 3,4 %. Dies stellt den höchsten jährlichen Kernwert seit Oktober 2023 dar und signalisiert anhaltenden Inflationsdruck, der den US-Dollar weiterhin stützt.
Kanadischer Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.
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