• Das Währungspaar AUD/USD gibt im frühen asiatischen Handel am Freitag auf rund 0,6900 nach. 
  • Der US-Gesamt-PCE-Preisindex stieg im Mai um 4,1 % gegenüber dem Vorjahr; der Kern-PCE legte um 3,4 % YoY zu. 
  • Die australische Arbeitslosenquote fiel im Mai auf 4,4 %, angetrieben durch eine starke Erholung bei den Neueinstellungen.

Das Paar AUD/USD gibt während der asiatischen Handelsstunden am Freitag auf rund 0,6900 nach. Der US-Dollar (USD) gewinnt gegenüber dem Australischen Dollar (AUD) an Stärke, da Zinserhöhungen in den USA für später in diesem Jahr erwartet werden. Die Veröffentlichung des Michigan Consumer Sentiment Index wird am Freitag noch im Fokus stehen.

Die US-Inflation stieg im Mai weiter an, wobei der Gesamtpreisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) im Jahresvergleich um 4,1 % zulegte, verglichen mit 3,3 % im April, wie das US Bureau of Economic Analysis (BEA) am Donnerstag mitteilte. Dieser Bericht hält eine Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) in diesem Jahr weiterhin für möglich.

Unterdessen stieg der Kern-PCE, der wichtigste Preisindikator der Fed, im Mai um 3,4 % YoY, nach 3,3 % zuvor. Der jährliche Kern-PCE-Wert war der höchste seit Oktober 2023.

„Die PCE-Preis-Inflation bleibt zu hoch und wird die Fed dazu veranlassen, abzuwarten und eine mögliche Zinserhöhung bei den kommenden Sitzungen zu prüfen“, sagte Scott Anderson, Chefökonom für die USA bei BMO Capital Markets. „Die Inflation im Dienstleistungssektor ... wird sich nicht leicht durch fallende Energiepreise zähmen lassen. Der Kampf zwischen den Falken und den Tauben wird sicher intensiv bleiben“, fügte er hinzu. 

Auf der anderen Seite könnten die jüngsten australischen Arbeitsmarktdaten die Verluste des Aussie begrenzen. Die Arbeitslosenquote des Landes fiel im Mai auf 4,4 % von 4,5 % im April, so das Australian Bureau of Statistics (ABS) am Donnerstag. Die Zahl entsprach dem Marktkonsens. 

Australischer Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.

Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.

China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.

Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.

Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.

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