- USD/JPY handelt fester bei rund 160,25 in der frühen asiatischen Sitzung am Freitag.
- Der US-Erzeugerpreisindex (EPI) stieg im Mai stärker als erwartet.
- Die japanischen Behörden warnten Spekulanten, dass die Verantwortlichen bereit sind, „entschlossene Maßnahmen“ zu ergreifen, um übermäßige Währungsvolatilität einzudämmen.
Das Paar USD/JPY gewinnt im frühen asiatischen Handel am Freitag an Boden und nähert sich 160,25. Heißere als erwartete US-Erzeugerpreisindex-Daten (EPI) stützen den US-Dollar (USD) gegenüber dem japanischen Yen (JPY). Die Händler werden den vorläufigen Stand des Michigan Consumer Sentiment Index für Juni beobachten, der später am Tag veröffentlicht wird.
Die am Donnerstag vom US Bureau of Labor Statistics veröffentlichten Daten zeigten, dass der US-Erzeugerpreisindex (EPI) im Mai im Jahresvergleich um 6,5 % stieg, verglichen mit 5,7 % im April. Dieser Wert lag über der Markterwartung von 6,4 % und erreichte den höchsten Stand seit November 2022. Auf Monatsbasis stieg der EPI um 1,1 %, verglichen mit dem Marktkonsens von 0,7 %.
Dieser Bericht hat die Haltung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) „höher für länger“ bekräftigt, was dem Greenback kurzfristig Auftrieb geben könnte. „Die Fed verfehlt ihr Inflationsziel eindeutig deutlich stärker als ihr Beschäftigungsziel“, sagte John Ryding, Chefökonom bei Brean Capital. „Der EPI-Bericht dürfte diejenigen im FOMC weiter bestärken, die glauben, dass später im Jahr eine Zinserhöhung erforderlich sein könnte“, fügte Ryding hinzu.
Die Märkte sind in höchster Alarmbereitschaft, da USD/JPY nahe der kritischen Marke von 160,00 notiert, einem Niveau, das als Auslöser für eine offizielle Intervention gilt. Dies könnte wiederum den japanischen Yen stützen und den Aufwärtsspielraum für das Paar begrenzen. Finanzministerin Satsuki Katayama gab Anfang der Woche eine mündliche Warnung heraus und erklärte, dass die Regierung spekulative Bewegungen überwacht und bereit bleibt, entschlossene Maßnahmen zu ergreifen, um eine Schwächung der heimischen Währung zu verhindern.
Die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama sagte am Freitag, dass die geldpolitische Sitzung der Bank of Japan (BoJ) am 15. und 16. Juni wie geplant stattfinden wird, trotz der Abwesenheit von Gouverneur Kazuo Ueda. Ueda befindet sich mit einer infizierten Leberzyste im Krankenhaus. Vizegouverneur Ryozo Himino wird die Sitzung leiten, was das erste Mal seit 1998 ist, dass ein BoJ-Gouverneur eine geldpolitische Sitzung verpasst.
Japanischer Yen - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.
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