- USD/JPY bleibt auf dem Vormarsch und erhält Unterstützung durch eine Kombination von Faktoren.
- Japans fiskalische Probleme und die große Zinsdifferenz zwischen den USA und Japan belasten den JPY weiterhin.
- Wetten auf eine Zinserhöhung der Fed und geopolitische Risiken stützen den USD und wirken als Rückenwind für das Paar.
Das Paar USD/JPY konsolidiert sich nach Ansicht des Marktes nahe seinem höchsten Stand seit dem 31. Juli, der während der asiatischen Sitzung am Mittwoch erreicht wurde, und handelt im Bereich von 160,25-160,30.
Ein globaler Ausverkauf am Anleihemarkt trieb die Rendite 10-jähriger japanischer Staatsanleihen (JGB) erstmals seit 1996 auf das historische Niveau von 3% und erhöhte damit die Kosten für den Schuldendienst auf Japans enorme Schuldenlast. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem die japanische Premierministerin Sanae Takaichi aggressive Investitionen plant und die langfristige fiskalische Stabilität gefährdet, was den japanischen Yen (JPY) zu schwächen scheint und als Rückenwind für das Paar USD/JPY wirkt.
Unterdessen sprach sich US-Finanzminister Scott Bessent für entschlossene geldpolitische Schritte zur Bekämpfung des schwachen Yen aus und untermauerte damit die Argumente für eine Zinserhöhung der Bank of Japan (BoJ) in diesem Monat. Der hawkishe Ausblick beeindruckt die JPY-Bullen jedoch nicht, da die Kreditkosten in Japan weiterhin deutlich niedriger sind als in anderen großen Volkswirtschaften, einschließlich der USA. Dies hält den JPY-Carry-Trade aktiv und stützt das Paar USD/JPY weiter.
BoJ steht unter wachsendem Druck, da US-Vertreter einen Kurswechsel fordern
Jane Foley von Rabobank weist darauf hin, dass die politische Beobachtung der Bank of Japan zugenommen hat, nachdem US-Finanzminister Bessent seine Rhetorik verschärft hat. Laut Rabobank habe er "gestern den Druck auf die BoJ noch weiter erhöht, indem er erklärte, er glaube, dass die BoJ in der Geldpolitik ‚das Richtige tun‘ werde, und damit eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung noch in diesem Monat signalisiert." Foley argumentiert, dass solche Kommentare unterstreichen, wie genau Märkte und Entscheidungsträger den nächsten Schritt der BoJ inzwischen beobachten, da die japanischen Renditen steigen und der Yen unter Druck bleibt.
Der US-Dollar (USD) hingegen zieht angesichts eskalierender Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie zunehmender Wetten auf eine Zinserhöhung durch die Federal Reserve (Fed), gestützt durch inflationsbedingte Sorgen wegen steigender Ölpreise, weiterhin sichere Zuflüsse an. Dies wiederum bestätigt den kurzfristig positiven Ausblick für das Paar USD/JPY. Die Bullen scheinen jedoch zögerlich zu sein und warten offenbar auf die Veröffentlichung des US-Berichts zu den Nonfarm Payrolls (NFP) am Freitag, bevor sie neue Positionen eingehen.
USD/JPY 4-Stunden-Chart
Technische Analyse
Das Paar USD/JPY behält einen konstruktiven kurzfristigen Ton bei und versucht nun, auf dem Momentum über 160,20 aufzubauen, was dem 200-Perioden Simple Moving Average (SMA) auf dem 4-Stunden-Chart entspricht. Das 61,8%-Fibonacci-Retracement bei 160,64 könnte als nächste Hürde auf der Oberseite dienen, mit weiteren Barrieren beim 78,6%-Niveau nahe 162,10 und dem vorherigen Swing-Hoch um 163,96.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung beim 200-Perioden-SMA bei 160,20, vor dem 50%-Retracement bei 159,62. Ein Bruch darunter würde das 38,2%-Niveau bei 158,59 und das tiefere 23,6%-Retracement bei 157,32 als nächste Nachfragezonen freilegen.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
Japanischer Yen - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.
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