• USD/IDR verliert leicht an Boden, da die überraschend weniger hawkischen Kommentare von Fed-Mitglied Warsh die Dringlichkeit sofortiger Zinserhöhungen verringern.
  • Schwache US-Wirtschaftsdaten dämpften die hawkische Stimmung der Fed weiter und reduzierten die Erwartungen an aggressive zukünftige Zinserhöhungen.
  • Fitch Ratings warnte, dass anhaltende Rückgänge der Devisenreserven Indonesiens den Kreditratingdruck auf das Land erhöhen könnten.

USD/IDR bewegt sich nach der Eröffnung mit einer bullischen Lücke leicht nach unten und bleibt am vierten Tag in Folge im positiven Bereich, wobei es während der asiatischen Handelszeiten am Donnerstag um 18.030 gehandelt wird. Das Währungspaar verliert leicht an Boden, da sich der US-Dollar (USD) nach einem relativ zurückhaltenden Auftritt von Federal Reserve (Fed)-Vorsitzendem Kevin Warsh beim ECB Forum on Central Banking am Mittwoch stabilisiert.

Warsh verzichtete darauf, eine explizite Orientierung bezüglich der geldpolitischen Entscheidung der Zentralbank im Juli zu geben. Während er anerkannte, dass die Inflation weiterhin zu hoch ist, und das feste Bekenntnis zum 2%-Ziel der Fed sowie zur institutionellen Unabhängigkeit bekräftigte, wurde sein Gesamttonus als weniger hawkisch als erwartet wahrgenommen. Zudem äußerte Warsh eine persönliche Präferenz für den Abbau des Anleiheportfolios der Zentralbank, betonte jedoch, dass jegliche Anpassungen der Bilanz nur nach umfassender öffentlicher Vorbereitung erfolgen würden.

Der Greenback sieht sich zudem Gegenwind durch nachlassende Risikoaversion angesichts einer Welle optimistischer geopolitischer Entwicklungen im Nahen Osten ausgesetzt. Katarische Beamte berichteten von „positiven Fortschritten“ in den laufenden Verhandlungen zwischen US- und iranischen Diplomaten bezüglich eines Memorandums of Understanding und stellten fest, dass beide Seiten zugestimmt haben, den Dialog fortzusetzen. Diese positive Stimmung wird durch die Aussage des US-Vizepräsidenten JD Vance untermauert, der erklärte, dass die Gespräche in Doha gut verlaufen und formelle Verhandlungen zur Nuklearfrage in naher Zukunft erwartet werden.

Darüber hinaus kühlte eine Reihe schwacher US-Wirtschaftsdaten die hawkische Stimmung rund um den Fed-Ausblick weiter ab. Der ADP-Bericht zur Beschäftigungsveränderung im Juni zeigte, dass die privaten Stellen nur um 98.000 zunahmen, was die Wall-Street-Prognose von 113.000 verfehlte und sich gegenüber dem Anstieg von 122.000 im Mai verlangsamte. Zudem zeigte der verarbeitende Sektor Anzeichen einer Abkühlung, da der ISM Manufacturing PMI auf 53,3 sank und damit unter der Konsensschätzung von 54,0 lag. Zusammen führen diese abkühlenden Daten und die diplomatischen Fortschritte dazu, dass Anleger ihre volle Aufmerksamkeit auf den bevorstehenden Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht richten, um neue Einblicke in den Arbeitsmarkt und den geldpolitischen Kurs der Fed zu erhalten.

Frische Daten zeigten, dass Indonesiens Handelsbilanz im Mai unerwartet auf ein Defizit von 1,61 Milliarden US-Dollar umschlug, was die erste Lücke seit April 2020 markiert, da die Exporte um 5,73 % zurückgingen, während die Importe um 22,16 % anstiegen. Gleichzeitig erreichte die jährliche Inflation im Juni mit 3,34 % ein Dreimonatshoch, getrieben von erhöhten Lebensmittelpreisen. Angesichts dieser Gegenwinde warnte Fitch Ratings, dass ein anhaltender Rückgang der Devisenreserven den Kreditratingdruck auf die Nation erhöhen könnte.

Risikostimmung - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Begriffe „Risk-on“ und „Risk-off“ beschreiben die Risikobereitschaft der Anleger. In einer „Risk-on“-Phase sind Investoren bereit, in risikoreichere Anlagen zu investieren, während sie in einer „Risk-off“-Phase sicherere Anlagen bevorzugen.

In „Risk-on“-Phasen steigen die Aktienmärkte, und auch Rohstoffe – abgesehen von Gold – gewinnen an Wert, da sie von einem positiven Wachstumsausblick profitieren. Währungen von rohstoffexportierenden Ländern sowie Kryptowährungen legen zu. In „Risk-off“-Zeiten gewinnen Staatsanleihen an Wert, Gold steigt, und sichere Währungen wie der Japanische Yen, der Schweizer Franken und der US-Dollar werden bevorzugt.

Währungen von rohstoffreichen Ländern wie Australien, Kanada und Neuseeland profitieren in Phasen der Risikobereitschaft („Risk-on“), da Rohstoffe in Zeiten wirtschaftlicher Expansion tendenziell im Preis steigen.

Die Währungen, die in Phasen von „Risk-off“-Stimmungen typischerweise an Wert gewinnen, sind der US-Dollar (USD), der japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF). Der US-Dollar profitiert in Krisenzeiten von seiner Rolle als Weltreservewährung, da Investoren vermehrt US-Staatsanleihen kaufen, die als besonders sicher gelten. Dies liegt daran, dass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die größte Volkswirtschaft der Welt zahlungsunfähig wird. Der Yen verzeichnet durch die hohe Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen Zuwächse, da ein Großteil dieser Anleihen von inländischen Investoren gehalten wird, die selbst in Krisenzeiten kaum Verkaufsdruck erzeugen. Der Schweizer Franken wird aufgrund strenger Bankgesetze, die den Kapitalschutz verbessern, als sicherer Hafen betrachtet.

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