• Trump warnt vor harten Angriffen, während Iran Golf-Stützpunkte ins Visier nimmt.
  • US-Verbraucherpreisindex (CPI) erreicht Dreijahreshoch und hält Fed-Zinserhöhungserwartungen am Leben.
  • Öl-Erholung und steigende Renditen verstärken den Druck auf Gold.

Der Goldpreis (XAU/USD) bricht am Mittwoch um über 3 % ein, nachdem der jüngste Inflationsbericht aus den USA zeigte, dass die Preise weiterhin hoch bleiben, was die Erwartungen verstärkt, dass die Zinssätze länger hoch bleiben könnten – ein Gegenwind für das zinslose Metall. Das XAU/USD-Paar notiert bei 4.130 USD, nachdem es Tiefststände von fast zwei Monaten bei rund 4.105 USD getestet hatte.

XAU/USD fällt, da heiße CPI-Daten und Vergeltungsängste das Edelmetall belasten

Die Marktstimmung kippte, nachdem US-Präsident Trump erklärte, dass die USA "Iran hart angreifen werden" und das Recht haben, Angriffe wieder aufzunehmen, falls Teheran keinen Deal unterzeichnet. Unterdessen startete Iran Angriffe auf US-Stützpunkte in den Golfstaaten, in Jordanien, Kuwait und Bahrain.

US-CPI über der 4%-Marke, PPI als nächstes

Die US-Inflation stieg im Mai auf 4,2 % im Jahresvergleich, den höchsten Stand seit drei Jahren – im Einklang mit den Schätzungen –, laut Verbraucherpreisindex (CPI), angetrieben von Energiepreisen, die um 3,9 % zulegten, nach 3,8 % im April. Die Kerninflation, dargestellt durch den Kern-CPI, lag wie erwartet bei 2,9 % im Jahresvergleich, nach 2,8 % im Vormonat.

Nach den Daten preisen die Geldmärkte weiterhin eine Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) gegen Ende des Jahres ein, erwarten jedoch nur noch 21 Basispunkte (bps) Straffung, weniger als die 25 bps vom Montag.

Das Edelmetall tendiert nach unten, belastet durch die Erholung der Ölpreise. Nach Trumps Äußerungen stieg der US-Rohöl-Benchmark WTI um 2,62 % auf 91,00 USD pro Barrel. Mit zunehmendem Inflationsdruck folgten die Renditen von US-Staatsanleihen, wobei die 10-jährige T-Note um fast zwei Basispunkte auf 4,536 % zulegte.

Der Fokus der Händler richtet sich auf die Veröffentlichung des Erzeugerpreisindex (PPI) für Mai, wobei für beide Werte ein moderater Anstieg erwartet wird. Der Gesamt-PPI wird voraussichtlich 6,4 % im Jahresvergleich erreichen, nach 6 %, und der Kern-PPI soll von 5,2 % auf 5,4 % im Jahresvergleich steigen. Zudem wird erwartet, dass die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche bis zum 6. Juni von 225.000 auf 219.000 sinken.

XAU/USD technische Perspektive: Gold stürzt auf 4.100 USD ab, Bären zielen auf Jahrestief

Aus technischer Sicht hat Gold eine bärische Wendung genommen, wobei Verkäufer auf einen klaren Bruch unter das jüngste Zyklustief bei 4.098 USD, dem Jahrestief vom 23. März, abzielen. Sollte dieses Niveau unterschritten werden, könnten die Goldpreise auf 4.000 USD einbrechen, da der nächste interessante Bereich aus Angebots-/Nachfragesicht das Swing-Tief vom 28. Oktober 2025 bei 3.886 USD wäre.

Der Relative Strength Index (RSI) ist in den überverkauften Bereich gerutscht, hat jedoch noch nicht das Niveau von 20 erreicht, das als extrem gilt und eine Konsolidierung der Goldpreise auslösen könnte.

Für eine bullishe Umkehr müsste XAU/USD über den 200-Tage einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA) bei 4.443 USD klettern, was den Weg freimachen würde, um die Marke von 4.500 USD anzugreifen.

Gold Tages-Chart

Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.

Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.

Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.

Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.

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