• Goldpreis springt auf nahe 4.320 USD, da sich die Rallye der Ölpreise abkühlt.
  • Die Fed erhöhte am Mittwoch die Zinsen und eine Mehrheit signlaed mindestens eine weitere in diesem Jahr.
  • Die Deutsche Bank berichtet, dass die Märkte bis zum nächsten Juni weitere 75 Basispunkte (bps) an Fed-Zinserhöhungen einpreisen.

Der Goldpreis (USD) legt während der europäischen Handelssitzung am Donnerstag um 1,15% auf nahe 4.320 USD zu. Das Edelmetall gewinnt, da sich die Rallye der Ölpreise abkühlt, nachdem Saudi-Arabien Alternativen für den Versand von Energieprodukten erwägt.

Laut einem Bericht der Times of India (ToI) bietet Saudi-Arabien asiatischen Raffinerien zusätzliche Rohölladungen durch Ship-to-Ship-Transfers vor dem Hafen Sohar in Oman an.

Der Goldpreis weist traditionell eine negative Beziehung zu den Ölpreisen auf, da höhere Energiepreise die Inflationserwartungen entankern, ein Szenario, das Befürchtungen über Zinserhöhungen durch globale Zentralbanken auslöst.

Unterdessen scheint das Aufwärtspotenzial beim Goldpreis begrenzt zu sein, da Marktexperten in naher Zukunft weitere Zinserhöhungen durch die Federal Reserve (Fed) sehen.

Am Mittwoch erhöhte die Fed die Zinsen wie erwartet um 25 Basispunkte (bps) auf 3,75%-4,00%, und ihr Dot Plot signalisierte, dass 16 von 18 Entscheidungsträgern mindestens eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr sehen. Fed-Chef Kevin Warsh nahm nicht an den Dot-Plot-Projektionen teil.

Geldmärkte preisen weitere Straffung der Fed vollständig ein

Laut Strategen der Deutschen Bank hat der jüngste Schritt der Fed eine deutliche Verschiebung am vorderen Ende der US-Zinskurve ausgelöst, wobei "die Geldmärkte begonnen haben, mehr Straffung einzupreisen, wobei weitere 75 Basispunkte an Fed-Zinserhöhungen nun bis zum nächsten Juni vollständig eingepreist sind (+10,8 Basispunkte am Tag), und für die bevorstehende Oktober-Sitzung eine Zinserhöhung zu rund 50% eingepreist ist."

Gold Technische Analyse

Im Tageschart notiert XAU/USD bei 4.314,02 USD und hält an einer bärischen kurzfristigen Tendenz fest, da der Kurs unter dem 20-Tage-Exponential Moving Average (EMA) bei 4.364,99 USD bleibt. Die Kursentwicklung deutet darauf hin, dass Gold durch diesen dynamischen Widerstand gedeckelt wird, während der Relative Strength Index (RSI) bei 46,39 knapp unter der neutralen Marke verharrt und damit eher auf nachlassendes Aufwärtsmomentum als auf einen klar überverkauften Zustand hindeutet.

Auf der Oberseite liegt der unmittelbare Widerstand beim 20-Tage-EMA nahe 4.365 USD, gefolgt vom Hoch vom 8. September nahe 4.443 USD. Auf der Unterseite könnte der Goldpreis auf die psychologische Marke von 4.000 USD fallen, wenn er unter das Tief vom Mittwoch bei 4.235,40 USD rutscht.

(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)

Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.

Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.

Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.

Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.

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