- Goldpreise könnten Unterstützung erhalten, da US-Iran-Friedensgespräche die Ölkosten senken und die Sorgen vor Zinserhöhungen dämpfen.
- Donald Trump warnte, dass militärische Angriffe gegen den Iran wieder aufgenommen werden könnten, falls die diplomatischen Verhandlungen scheitern.
- Händler erwarten, dass die Federal Reserve die Zinsen in dieser Woche unverändert lässt, wobei mögliche Zinserhöhungen auf September verschoben werden könnten.
Der Goldpreis (XAU/USD) gibt nach den Vortagesgewinnen nach und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag bei rund 4.050 Dollar je Feinunze. Der Preis des zinslosen gelben Metalls könnte wieder an Boden gewinnen, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, die USA führten „gute Gespräche“ mit dem Iran, um den Konflikt im Nahen Osten zu lösen. Die Aussicht auf eine Deeskalation drückte die Ölpreise nach unten und ließ die Sorgen der Märkte über steigende Inflation und weitere Zinserhöhungen nach.
Trump mahnte jedoch auch, dass die USA bereit seien, militärische Angriffe wieder aufzunehmen, falls die Verhandlungen scheitern. Die Erklärung folgt darauf, dass die USA die Angriffe am späten Freitag nach fast zwei Wochen der Feindseligkeiten ausgesetzt hatten, während Teheran gleichzeitig Vergeltungsschläge gegen US-Stützpunkte in Nachbarländern stoppte.
Unterdessen richten Händler ihre Aufmerksamkeit auf die anstehende geldpolitische Entscheidung der Federal Reserve in dieser Woche, bei der die Vertreter der Zentralbank weithin erwartet werden, die Zinsen unverändert zu lassen. Während anhaltender Inflationsdruck eine Minderheit der Händler dazu veranlasst hat, über eine sofortige Zinserhöhung zu spekulieren, deutet der vorherrschende Konsens darauf hin, dass eine mögliche Zinserhöhung wahrscheinlich bis September verschoben würde.
Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.
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