• Der Goldpreis fällt am frühen Mittwoch im asiatischen Handel auf rund 4.235 US-Dollar. 
  • Die USA starteten neue Angriffe auf den Iran, nachdem ein Hubschrauber abgeschossen wurde, was Befürchtungen eines langwierigen Konflikts schürt. 
  • Händler bereiten sich auf die US-Verbraucherpreisinflationsdaten (CPI) für Mai vor, die später am Mittwoch veröffentlicht werden. 

Der Goldpreis (XAU/USD) zieht am frühen Mittwoch im asiatischen Handel einige Verkäufer an und fällt auf rund 4.235 US-Dollar, den niedrigsten Stand seit dem 23. März. Das Edelmetall setzt seinen Abwärtstrend angesichts erneuter Spannungen im Nahen Osten und steigender Erwartungen an eine Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed) in diesem Jahr fort. Die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreisinflationsdaten (CPI) für Mai wird später am Mittwoch im Fokus stehen. 

Reuters berichtete am Dienstag, dass die USA Angriffe gegen den Iran gestartet haben, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, Teheran habe einen US-Apache-Hubschrauber in der Straße von Hormus abgeschossen. Am frühen Dienstag betonte Trump, dass der Iran und die USA kurz vor einer Einigung stünden, obwohl seit dem fragilen Waffenstillstand Anfang April nur wenige Fortschritte erkennbar sind. 

Die Unsicherheit rund um das Friedensabkommen zwischen den beiden Ländern schürt weiterhin Sorgen über die Inflation und die Erwartungen an hohe Zinssätze. Es ist erwähnenswert, dass Gold oft in Zeiten geopolitischer Unsicherheit genutzt wird, aber keine Zinsen abwirft, was es bei hohen Zinssätzen weniger attraktiv macht.

Stärker als erwartete US-Arbeitsmarktdaten für Mai haben die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) in diesem Jahr verstärkt. Händler werden später am Tag weitere Hinweise aus dem US-CPI-Bericht ziehen. Es wird erwartet, dass der US-CPI im Mai im Jahresvergleich um 4,2 % steigt, verglichen mit 3,8 % im April. Der Kern-CPI wird voraussichtlich im gleichen Zeitraum um 2,9 % gegenüber dem Vorjahr zulegen, nach 2,8 % zuvor. 

Jegliche Anzeichen einer höheren Inflation in den USA könnten den US-Dollar stärken und kurzfristig Verkaufsdruck auf den in US-Dollar notierten Rohstoffpreis ausüben. 

„Die vorherrschenden Inflationsängste, die Stärke der Daten, die steigende Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung und der Bruch des 200-Tage-Durchschnitts haben zu einer starken negativen Schieflage geführt“, sagte Ryan McKay, Senior Commodity Strategist bei TD Securities.

Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.

Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.

Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.

Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.

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