• Der Goldpreis stürzt in der frühen asiatischen Sitzung am Mittwoch auf rund 4.350 US-Dollar ab. 
  • US-Streitkräfte greifen iranische Tanker als Reaktion auf Angriffe auf US-Schiffe an. 
  • Die US-Inflationsdaten zu PPI und CPI werden später am Mittwoch im Mittelpunkt stehen. 

Der Goldpreis (XAU/USD) fällt am Mittwoch im frühen asiatischen Handel auf nahe 4.350 US-Dollar. Das Edelmetall steht unter Verkaufsdruck, da steigende Ölpreise Inflationssorgen schüren und die Erwartungen auf eine Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) im September verstärken. Alle Augen richten sich später am Mittwoch auf die US-Inflationsdaten. 

Bloomberg berichtete am Dienstag, dass US-Streitkräfte mehrere iranische Tanker angegriffen haben, die mit den Islamischen Revolutionsgarden Irans (IRGC) in Verbindung stehen, als Reaktion auf versuchte Raketenangriffe auf ein US-Kriegsschiff. Zudem berichtete die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Mehr, dass auf der iranischen Insel Kharg Explosionen zu hören gewesen seien.  Saudi-Arabien erklärte, dass der Betrieb mehrerer seiner Energieanlagen durch Huthi-Angriffe eingestellt worden sei.

Die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten trieben die Ölpreise nach oben und schürten Sorgen über steigende Zinsen. Dies wiederum könnte auf das gelbe Metall drücken. 

Händler bereiten sich auf die wichtigen US-Daten zum Erzeugerpreisindex (PPI) und Verbraucherpreisindex (CPI) im Laufe des Tages vor, die die Erwartungen für den nächsten geldpolitischen Schritt der Fed prägen könnten.

"Höhere Ölpreise halten die Inflationssorgen am Leben, daher werden der US-PPI und der CPI in dieser Woche entscheidend dafür sein, ob die Renditen weiter steigen oder sich zurückbilden," sagte Christopher Wong, Stratege bei Oversea-Chinese Banking Corp.

Händler preisten laut dem CME FedWatch Tool eine Wahrscheinlichkeit von über 59,4% für eine Zinserhöhung der Federal Reserve in diesem Monat ein.

Gold-Händler rüsten sich für inflationsgetriebene Neubewertung der Fed-Erwartungen

Laut Commerzbank verdeckt die derzeitige Ruhe bei Gold das Potenzial für eine deutliche Verschiebung der Fed-Bepreisung, sobald die anstehenden US-Inflationsdaten veröffentlicht werden. Strategen der Bank warnen, dass die Märkte mit Blick auf einen möglichen Schritt im September weiterhin fein austariert seien und dass „weiterhin erheblicher Spielraum für eine Korrektur der Zinserwartungen besteht, falls die Inflationsdaten deutlich nach oben oder unten überraschen.“ Dies, so ihre Einschätzung, macht Gold besonders anfällig für jede Abweichung vom Konsens beim Inflationswert, da Anleger den wahrscheinlichen Kurs der Fed neu bewerten.

Chart Analysis XAU/USD

Technische Analyse: Gold behält kurzfristig einen neutralen Ton bei

Auf dem Tages-Chart liegt XAU/USD knapp über dem 100-Tage-Simple Moving Average (SMA), notiert aber weiterhin unter der 20-Tage-Bollinger-Mittellinie bei rund 4.466 Dollar, wodurch der kurzfristige Bias insgesamt neutral bleibt und auf Range-Bedingungen hindeutet. Der Preis bewegt sich faktisch in der Mitte zwischen dem unteren und dem oberen Bollinger Band, während der Relative Strength Index (RSI) um 47 pendelt, was nach dem jüngsten Pullback auf einen Mangel an Richtungsüberzeugung hindeutet.

Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim 20-Tage-Bollinger-SMA bei rund 4.465 Dollar, und ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde die obere Bollinger-Begrenzung bei etwa 4.675 Dollar als nächste Hürde freilegen. Auf der Unterseite bietet der 100-Tage-SMA bei rund 4.345 Dollar unmittelbare Unterstützung, während das untere Bollinger Band bei etwa 4.258 Dollar als tieferer Unterstützungsbereich fungiert, falls die Verkäufer wieder die Kontrolle übernehmen.

(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)

Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.

Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.

Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.

Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.

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