Der Senior-Ökonom von ABN AMRO, Rogier Quaedvlieg, argumentiert, dass unter Kevin Warsh der „überzeugungsbasierte“ Ansatz der Federal Reserve sowie eine insgesamt lockerere Reaktionsfunktion auf niedrigere Zinsen hindeuten – trotz eines robusten Ausblicks für die US-Wirtschaft. Die Bank erwartet in diesem Jahr Zinssenkungen um insgesamt 75 Basispunkte und sieht den geldpolitischen Kurs bis zum Jahresende in Richtung eines Federal-Funds-Satzes von 3,00 Prozent tendieren, selbst bei einer weiterhin über dem Ziel liegenden Inflation.

Warsh-Ära dürfte lockere Tendenz verstärken

„In näherer Zukunft sollten wir wahrscheinlich mit geringerer Transparenz rechnen, mit weniger Kommunikation und Orientierung durch FOMC-Vertreter.“

„Am wichtigsten für die kurzfristige Perspektive ist jedoch seine Vorstellung einer ‚überzeugungsbasierten‘ Geldpolitik.“

„Trotzdem gehen wir weiterhin von stärkeren Zinssenkungen aus, als es die aktuelle Marktbewertung nahelegt.“

„Auch wenn das widersprüchlich erscheinen mag, liegt die Erklärung in einer lockereren Reaktionsfunktion der Fed, die sich im vergangenen halben Jahr schrittweise gezeigt hat: Eine über dem Ziel liegende Inflation erhält deutlich weniger Gewicht als mögliche Risiken für den Arbeitsmarkt.“

„Auf Basis der aktuellen medianen SEP-Prognose besteht Spielraum, die Lockerung im Tempo von 25 Basispunkten fortzusetzen.“

„Unser Basisszenario einer höheren Inflation verhindert diese fortgesetzte Lockerung kurzfristig, doch der implizite Leitzins nähert sich bis zum Jahresende einer Obergrenze des Federal-Funds-Satzes von 3,00 Prozent an.“

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