• EUR/GBP gewinnt im frühen europäischen Handel am Donnerstag auf rund 0,8475 an Boden. 
  • Das britische BIP wuchs im Mai um 0,1% MoM, wie erwartet. 
  • Ölbedingte Inflationssorgen könnten die BoE zu einer restriktiven Haltung veranlassen.

Das Paar EUR/GBP hält sich im frühen europäischen Handel am Donnerstag positiv bei rund 0,8475. Das britische Pfund (GBP) schwächt sich gegenüber dem Euro (EUR) nach den britischen Wirtschaftsdaten ab. 

Die am Donnerstag vom Office for National Statistics (ONS) veröffentlichten Daten zeigten, dass die britische Wirtschaft im Mai um 0,1% MoM wuchs, nach einem Rückgang von 0,1% im April. Diese Zahl entsprach den Markterwartungen. 

Unterdessen fiel die monatliche Industrieproduktion im Mai um 0,5%, nach einem Anstieg von 0,2% zuvor, und lag damit unter dem Konsens von -0,1%. Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe stieg im Mai um 0,1% MoM, verglichen mit einem Anstieg von 0,5%, und war damit stärker als die Prognose von -0,2%. 

Die gemischten britischen Wirtschaftsdaten haben kaum Auswirkungen auf das britische Pfund. Dennoch erhöhen Händler weiterhin ihre Wetten auf Zinserhöhungen durch die Bank of England (BoE) in diesem Jahr, angesichts der erwarteten Auswirkungen höherer Ölpreise auf die Inflation.

Die Geldmärkte rechnen vollständig mit einer Zinserhöhung bei der geldpolitischen Sitzung im November, wobei eine zweite Zinserhöhung bis April 2027 eingepreist ist, so Reuters.

Auf der Euro-Seite betonte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, dass die Zentralbank strikt datenabhängig bleibt. Das offizielle Protokoll der Geldpolitik stellte ausdrücklich fest, dass die Zinserhöhung im Juni weder eine garantierte Folge noch eine garantierte Einmalmaßnahme war. Am Mittwoch sagte das Mitglied des EZB-Rats Martin Kocher, dass die Zentralbank bereit sei, geldpolitische Maßnahmen jederzeit umzusetzen, wenn dies notwendig sei. 

Pfund Sterling - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.

Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.

Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.

Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.

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