- EUR/USD wechselt nach dem Durchbruch des Widerstands des sechsmonatigen Abwärtstrends in eine neutrale Haltung.
- Ein flacher bullischer RSI deutet auf Aufwärtspotenzial hin, doch das Momentum lässt nach.
- Ein täglicher Schlusskurs über 1,1600 legt 1,1629 und 1,1700 frei.
Die Gemeinschaftswährung hält sich am Montag gegenüber dem US-Dollar mit minimalen Gewinnen, legt um rund 0,08% zu, nachdem sie ein Anderthalb-Monats-Hoch bei 1,1614 erreicht hatte, dann jedoch die Richtung wechselte und unter 1,1600 fiel, sodass sie die Sitzung voraussichtlich nahe dem Tagestief (LOD) von 1,1561 beenden wird.
EUR/USD Price Forecast: Technischer Ausblick
Nach dem Anstieg über eine sechs Monate alte abwärts gerichtete Widerstandstrendlinie hat sich EUR/USD von einer bärischen Tendenz zu neutral verschoben und konsolidiert sich um den Bereich von 1,1500-1,1600. Auf der Oberseite wird das Paar durch den 100-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 1,1568 begrenzt, der die erste Widerstandsmarke darstellt. Sollte diese Marke durchbrochen werden, liegt der nächste Bereich bei 1,1600, bevor der 200-Tage-SMA bei 1,1629 getestet wird. Der nächste wichtige Widerstand liegt bei 1,1650, gefolgt von 1,1700.
Auf der Abwärtsseite könnte EUR/USD wieder in einen Abwärtstrend übergehen, wenn es unter 1,1500 fällt. Sollte diese Marke unterschritten werden, liegt das nächste Ziel beim 50-Tage-SMA bei 1,1466, der mit der sechs Monate alten früheren Widerstandstrendlinie zusammenfällt, die nun als Unterstützung dient. Wird auch diese Marke durchbrochen, liegt das nächste Ziel bei 1,1400.
Aus Momentum-Sicht ist weiteres Aufwärtspotenzial zu sehen. Der Relative Strength Index (RSI) ist bullisch, hat sich jedoch abgeflacht.
Vor diesem Hintergrund könnte EUR/USD bereit sein, 1,1600 erneut zu testen. Gelingt es nicht, auf Tagesbasis über dieser Marke zu schließen, öffnet dies die Tür für einen Fehlausbruch und könnte einen Pullback in Richtung niedrigerer Kursziele verstärken.
EUR/USD Price Chart – Daily

Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.
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