• EUR/USD handelt mit leichten Verlusten nahe 1,1635 im frühen asiatischen Handel am Donnerstag. 
  • Die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten stärkt den US-Dollar, eine sichere Währung. 
  • Der EZB-Vertreter Kazaks sagte, die aktuellen Zinssätze seien angemessen. 

Das Paar EUR/USD handelt im frühen asiatischen Handel am Donnerstag im negativen Bereich um 1,1635. Der US-Dollar (USD) stärkt sich gegenüber dem Euro (EUR), da der eskalierende Konflikt im Nahen Osten sichere Hafenströme anzieht. Händler bereiten sich auf die Einzelhandelsumsätze der Eurozone und die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA vor, die später am Donnerstag veröffentlicht werden. 

Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran ist am Donnerstag in seinen sechsten Tag eingetreten. Das israelische Militär gab am Mittwoch bekannt, dass es eine neue Welle von Angriffen auf militärische Infrastruktur in Teheran begonnen hat, während der Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs erklärte, dass die USA beginnen werden, "progressiv tiefer" in den Iran vorzudringen.

Die erhöhten geopolitischen Spannungen haben bei den Händlern eine "Flucht in Sicherheit" ausgelöst, was den Greenback unterstützt und Gegenwind für das wichtige Paar erzeugt. 

Der EZB-Politiker Martins Kazaks sagte am Dienstag, dass die EZB "abwartend bleiben" und die Zinssätze vorerst stabil halten sollte, da die Auswirkungen des Krieges im Iran ungewiss bleiben. Steigende Öl- und Gaspreise aufgrund der Konflikte im Nahen Osten haben neue Inflationsängste geschürt, was die Händler dazu veranlasst hat, Wetten auf eine Zinserhöhung der EZB in diesem Jahr abzuschließen. Dies könnte wiederum die Gemeinschaftswährung gegenüber dem USD stärken. 

Die Geldmärkte preisen nun nahezu eine 40%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der EZB bis zum Jahresende ein, wobei die Erwartungen nach den heißeren als erwarteten Inflationsdaten für Februar am Dienstag gestiegen sind, so Reuters. 

Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.

Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.

Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.

Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.

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