• GBP/USD gewinnt im frühen europäischen Handel am Freitag auf rund 1,3430 an Boden. 
  • Die Golf-Konflikte belasten das britische Pfund als risikoreicheren Vermögenswert.   
  • Der US-Arbeitsmarktbericht für Mai steht am Freitag im Mittelpunkt. 

Das Währungspaar GBP/USD hält während der europäischen Handelszeiten am Freitag moderate Gewinne nahe 1,3420. Trotz der Intraday-Erholung steht das Paar vor dem zweiten wöchentlichen Verlust in Folge, da die Spannungen im Nahen Osten belasten. Die Märkte könnten im weiteren Tagesverlauf vor dem wichtigen US-Arbeitsmarktbericht für Mai vorsichtiger werden. Die Entwicklungen rund um den US-Iran-Friedensdeal werden ebenfalls genau beobachtet. 

Die Bemühungen von US-Präsident Donald Trump, den Konflikt im Nahen Osten zu beenden und Frieden mit dem Iran zu schließen, stoßen auf neue Hindernisse, nachdem die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz am Donnerstag einen neuen Waffenstillstand im Libanon ablehnte, während Israel erklärte, seine Truppen nicht aus dem Land abzuziehen.

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi sagte, die Kommunikationswege mit Washington seien weiterhin offen, warnte jedoch, dass jeder Angriff Israels auf die libanesische Hauptstadt Beirut im Rahmen seiner Kampagne gegen die Hisbollah eine „vollständige Wiederaufnahme“ des US-Iran-Konflikts auslösen würde. Anhaltende Spannungen im Nahen Osten und mangelnde Fortschritte bei den US-Iran-Friedensgesprächen könnten risikoreiche Vermögenswerte wie das britische Pfund belasten, da sichere Häfen bevorzugt werden. 

Die BoE-Politikerin Megan Greene erklärte am Dienstag, sie sehe einen zunehmenden Grund für Zinserhöhungen, da der Iran-Krieg andauert und die Wahrscheinlichkeit breit angelegter Preissteigerungen in der gesamten Wirtschaft erhöht.

BoE-Gouverneur Andrew Bailey äußerte sich jedoch dovish und sagte, die britische Zentralbank habe es nicht eilig, die Zinsen anzuheben, solange das Ergebnis des Iran-Kriegs ungewiss bleibe und das Wachstum im Vereinigten Königreich schwach sei. Dies könnte wiederum das britische Pfund gegenüber dem Greenback belasten. 

Die Händler werden weitere Impulse aus dem US-Arbeitsmarktbericht erwarten. Analysten gehen davon aus, dass die US-Wirtschaft im Mai 85.000 neue Stellen geschaffen hat, während die Arbeitslosenquote voraussichtlich stabil bei 4,3 % bleibt. Bei einem überraschend schwächeren Ergebnis könnte dies den US-Dollar (USD) schwächen und dem wichtigen Währungspaar Rückenwind geben. 

Pfund Sterling - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.

Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.

Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.

Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.

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