• Der GBP/JPY verzeichnet den dritten Tag in Folge positive Kursentwicklungen aufgrund einer Kombination unterstützender Faktoren.
  • Ein schwächerer USD begünstigt das GBP und wirkt als Rückenwind für die Kassapreise angesichts der JPY-Schwäche.
  • Wetten auf eine Zinserhöhung der BoJ und Interventionserwartungen begrenzen die Verluste des JPY und deckeln das Aufwärtspotenzial der Kassapreise.

Das Währungspaar GBP/JPY dreht am Mittwoch nach einem intraday Rücksetzer in den Bereich von 214,30-214,25 zum dritten Tag in Folge ins Positive und erreicht in der ersten Hälfte der europäischen Handelssitzung ein neues Wochenhoch. Die Kassapreise zeigen jedoch keine bullische Überzeugung und notieren derzeit um die 214,70, was einem Tagesplus von weniger als 1,10 % entspricht.

Der japanische Yen (JPY) setzt seine relative Underperformance fort, da Sorgen bestehen, dass die Wirtschaft aufgrund des Nahostkonflikts und anhaltender Störungen der Energieversorgung durch die Straße von Hormus unter Druck bleiben wird. Zudem profitiert das britische Pfund (GBP) von einem schwächeren US-Dollar (USD), was wiederum als weiterer Faktor gilt, der dem GBP/JPY Rückenwind verleiht.

Die JPY-Bären zeigen sich jedoch zögerlich angesichts der zunehmenden Akzeptanz, dass die Bank of Japan (BoJ) auf ihrer geldpolitischen Sitzung am 15. und 16. Juni die Zinsen anheben wird. Die Wetten wurden durch den japanischen Erzeugerpreisindex (PPI) gestützt, der im Mai mit dem schnellsten Tempo seit über drei Jahren anstieg und anhaltenden Kostendruck durch höhere Energie- und Rohstoffimporte unterstrich.

Darüber hinaus helfen Spekulationen, dass die japanischen Behörden erneut eingreifen könnten, um die heimische Währung zu stützen, tiefere JPY-Verluste zu begrenzen. Tatsächlich bekräftigte Japans Finanzministerin Satsuki Katayama am Dienstag, dass die Haltung unverändert sei und die Behörden für entschlossene Maßnahmen bereitstehen. Dies wiederum hält Händler davon ab, neue bullische Wetten auf das GBP/JPY-Währungspaar zu platzieren, und begrenzt die Kursgewinne.

Bank of Japan - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Bank of Japan (BoJ) steuert die japanische Geldpolitik und hat ein Inflationsziel von rund 2 %. Ihre Maßnahmen haben einen wesentlichen Einfluss auf den japanischen Yen.

Die Bank of Japan implementierte im Jahr 2013 eine extrem expansive Geldpolitik, um die wirtschaftliche Aktivität zu stimulieren und in einem deflationären Umfeld Inflation zu erzeugen. Diese Politik, basierend auf quantitativer und qualitativer Lockerung (QQE), beinhaltete den Ankauf von Vermögenswerten wie Staats- und Unternehmensanleihen durch die Schaffung von Zentralbankgeld, um zusätzliche Liquidität bereitzustellen. Im Jahr 2016 intensivierte die BoJ diese Maßnahmen, führte Negativzinsen ein und begann, die Renditen von 10-jährigen Staatsanleihen direkt zu steuern. Im März 2024 vollzog die Bank eine Kehrtwende, indem sie die Zinsen anhob und sich damit von ihrer ultra-expansiven Geldpolitik distanzierte.

In den vergangenen zehn Jahren hat die entschlossene Haltung der Bank of Japan, an ihrer ultralockeren Geldpolitik festzuhalten, zu einer wachsenden geldpolitischen Divergenz im Vergleich zu anderen Zentralbanken, insbesondere der US-Notenbank, geführt. Dies verstärkte die Renditedifferenz zwischen 10-jährigen US-Staatsanleihen und japanischen Staatsanleihen und stärkte den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen. Mit der Entscheidung der BoJ im Jahr 2024, ihre expansive Geldpolitik schrittweise zu lockern, und dem gleichzeitigen Beginn von Zinssenkungen in anderen großen Zentralbanken, wird diese Differenz nun zunehmend eingeengt.

Der schwächere Yen und steigende globale Energiepreise haben die Inflation in Japan über das Ziel der BoJ von 2 % hinausgetrieben. Zusätzlich hat die Erwartung steigender Löhne – ein zentraler Treiber der Inflation – diese Entwicklung weiter verstärkt.

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