• GBP/USD zieht während der asiatischen Sitzung einige Käufer an, es fehlt jedoch an Folgekäufen.
  • Hoffnungen auf eine US-Iran-Diplomatie schwächen den sicheren Hafen USD und stützen die Kassapreise.
  • Händler blicken nun dem UK-VPI-Bericht entgegen, um angesichts fiskalischer Bedenken neuen Schwung zu erhalten.

Das Währungspaar GBP/USD steigt während der asiatischen Sitzung am Mittwoch leicht an und beendet damit eine vier Tage andauernde Verlustserie bei etwa 1,3360, einem Ein-Wochen-Tief, das am Vortag erreicht wurde. Die Kassapreise zeigen jedoch keine Folgekäufe und notieren unter der Marke von 1,3400, was Vorsicht gebietet, bevor bestätigt werden kann, dass der jüngste Pullback von einem über zwei Monate hohen Niveau abgeschlossen ist.

Der US-Dollar (USD) legt nach einer vier Tage andauernden Rallye auf ein Ein-Wochen-Hoch eine Pause ein, da Hoffnungen bestehen, dass die US-Iran-Diplomatie die Energiepreise senken und die hawkischen Erwartungen an die US-Notenbank (Fed) dämpfen könnte. Dies wird wiederum als ein Schlüsselfaktor angesehen, der das Währungspaar GBP/USD stützt. Das geopolitische Risiko bleibt jedoch angesichts einer weiteren Eskalation der Spannungen zwischen den USA und Iran bestehen.

Darüber hinaus preisen Händler weiterhin die Möglichkeit mindestens einer Zinserhöhung durch die US-Zentralbank ein, angesichts von Sorgen über energiegetriebene Inflation. Vor dem Hintergrund der Schließung der Straße von Hormus erklärten die Iran-nahen Huthi-Rebellen im Jemen eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien. Dies trieb die Rohölpreise auf ein neues Hoch seit dem 12. Juni und schürte Inflationsängste.

Händler scheinen zudem zurückhaltend, aggressive Long-Positionen auf das Britische Pfund (GBP) einzugehen, und bevorzugen es, auf die Veröffentlichung der neuesten britischen Verbraucherinflationszahlen zu warten, um weitere Hinweise auf den kurzfristigen geldpolitischen Kurs der Bank of England (BoE) zu erhalten. Dies trägt dazu bei, das Währungspaar GBP/USD unter Kontrolle zu halten, während Investoren gespannt auf die fiskalische Rechnung des neuen britischen Premierministers Andy Burnham warten.

Sensitivitäten des britischen Schuldenmarktes im Fokus, da Burnham auf fiskalische Regel-„Flexibilität“ setzt

Strategen der Rabobank weisen darauf hin, dass eine wesentliche Quelle der Marktunsicherheit die fehlende Klarheit über den fiskalischen Fahrplan von Premierminister Burnham ist. Sie stellen fest, dass „es noch unklar ist, wie Burnham seine Agenda finanzieren will“, wobei Investoren nun auf den 10-Jahres-Plan warten, den er später in diesem Jahr vorstellen soll. Die Rabobank hebt hervor, dass Burnham bereits signalisiert hat, er werde „‚Flexibilität‘ innerhalb der fiskalischen Regeln“ nutzen, eine Formulierung, die die Marktbeobachtung voraussichtlich hoch halten wird.

Vor diesem Hintergrund verweist die Rabobank auf strukturelle Verwundbarkeiten im makroökonomischen Profil des Vereinigten Königreichs. „Das Vereinigte Königreich hat eine niedrige Sparquote und ein großes Leistungsbilanzdefizit“, schreiben sie und warnen, dass „diese Kennzahlen die Sensitivitäten seines Schuldenmarktes gegenüber wahrgenommenen schlechten Nachrichten erhöhen können.“ Während sie anerkennen, dass „das Vereinigte Königreich möglicherweise nicht das größte Schulden-/BIP-Verhältnis in der entwickelten Welt hat“, argumentiert die Rabobank, dass „es wohl einen der sensibelsten Schuldenmärkte besitzt“, was Gilts besonders anfällig für weitere Zweifel an der fiskalischen Entwicklung macht.

Wirtschaftsindikator

Kern-Verbraucherpreisindex (Jahr)

Der Kern-Verbraucherpreisindex (VPI) des Vereinigten Königreichs wird monatlich vom Office for National Statistics veröffentlicht und misst die Verbraucherpreisinflation – also die Rate, mit der sich die Preise für von Haushalten gekaufte Waren und Dienstleistungen verändern. Die Berechnung erfolgt nach internationalen Standards, um Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Der Jahresvergleich (Year-over-Year, YoY) zeigt, wie sich die Preise im aktuellen Berichtsmonat im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres entwickelt haben. Die Kernrate des VPI schließt besonders schwankungsanfällige Komponenten wie Lebensmittel, Energie, Alkohol und Tabak aus. Der Kern-VPI gilt als wichtiger Indikator für die Inflation und die Entwicklung der Kaufkraft. Ein hoher Wert wird in der Regel als positiv (bullish) für das britische Pfund (GBP) gewertet, ein niedriger Wert dagegen als negativ (bärisch).

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Nächste Veröffentlichung: Mi Juli 22, 2026 06:00

Häufigkeit: Monatlich

Prognose: 2.5%

Vorher: 2.6%

Quelle: Office for National Statistics

Die Bank of England hat die Aufgabe, die Inflation, gemessen am Verbraucherpreisindex (VPI), bei etwa 2 % zu halten, was der monatlichen Veröffentlichung eine große Bedeutung verleiht. Ein Anstieg der Inflation signalisiert eine schnellere und frühere Erhöhung der Zinssätze oder die Reduzierung der Anleihekäufe durch die BOE, was eine Verknappung des Angebots an Pfund bedeutet. Umgekehrt deutet ein Rückgang des Tempos des Preisanstiegs auf eine lockere Geldpolitik hin. Ein höher als erwartetes Ergebnis ist tendenziell GBP-bullish.


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