Boeing-Aktie rutscht ab - Chef warnt vor neuen Produktionsbremsen


Die Aktien von Boeing sind am Mittwoch um nahezu 4 Prozent gefallen. Auslöser waren Aussagen von Präsident und Vorstandschef Kelly Ortberg auf der Morgan Stanley Laguna Conference, bei der er mehrere Herausforderungen für den Luft- und Raumfahrtkonzern skizzierte.

Die Aktie geriet unter Druck, nachdem Ortberg auf Produktionsengpässe und angepasste Erwartungen beim freien Cashflow verwiesen hatte. Der Vorstandschef erklärte, Boeing habe im 737-Programm die angestrebte Rate von 47 Flugzeugen pro Monat noch nicht stabil erreicht. Die Flügelproduktion bremse den weiteren Hochlauf der Fertigung.

Boeing sieht einen freien Cashflow von mehr als 2 Milliarden US-Dollar inzwischen als weniger wahrscheinlich an, da es Herausforderungen bei den Auslieferungen gibt. Zugleich bestätigte das Unternehmen seine Jahresprognose von 1 bis 3 Milliarden US-Dollar freiem Cashflow.

Zur 737 MAX 10 sagte Ortberg, die Zertifizierung komme "sehr bald". Alle Flugtests seien abgeschlossen. Die MAX 10 macht rund 30 Prozent des 737-Auftragsbestands von Boeing aus.

Beim 777X-Programm setzt Boeing die Tests für die Zertifizierung fort. Ein Teil der Tests dürfte sich bis 2027 hinziehen. Das Unternehmen plant weiterhin Auslieferungen im Jahr 2027 und führt Vertragsgespräche mit Airlines über bereits gebaute 777X-Flugzeuge.

Ortberg verwies zudem auf mögliche Risiken, darunter ein gewisses Risiko von Belastungen in Verteidigungsprogrammen sowie Verzögerungen bei Triebwerkslieferungen für das 787-Programm. Aus China erhalte Boeing einen "Zuwachs" an Aufträgen.

Der Vorstandschef äußerte sich auch zu Arbeitsfragen. Boeing arbeite daran, einen Arbeitsausfall mit der Gewerkschaft SPEEA zu vermeiden, und verfüge angesichts der laufenden Vertragsverhandlungen über Notfallpläne. Ein Streik würde das Zertifizierungsprogramm der 777X zum Stillstand bringen, warnte Ortberg.

Boeing erwartet, dass sich die Lagerbestände bei einer Produktionsrate von 52 Flugzeugen an die Fertigung anpassen. Eine neue Linie in Everett gilt als entscheidend, um diese Produktionsrate zu erreichen.

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