- Die Aktienmärkte in der asiatischen Region stehen unter Verkaufsdruck, da Apple vor Preiserhöhungen warnt.
- Die stark steigenden Preise für Speicherchips dürften die operativen Margen von KI-Unternehmen belasten.
- Japans SoftBank stürzt ab, da OpenAI seinen Börsengang auf das nächste Jahr verschiebt.
Die asiatischen Aktienmärkte verzeichnen am Freitag deutliche Verluste, da die von Apple Inc. angekündigten Preiserhöhungen aufgrund von Speicherchip-Knappheit Ängste vor hoher Inflation weltweit und Bedenken hinsichtlich der Gewinnprognosen verschiedener Unternehmen ausgelöst haben, die auf diese hochentwickelten Chips für ihre Endprodukte angewiesen sind.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung fällt der Nikkei 225 um 4,3 % auf etwa 69.169, der Shanghai Composite sinkt um 2 % auf rund 4.040, der Hang Seng fällt um 2,2 % auf etwa 22.570, und der KOSPI scheint mit einem Rückgang von 8,2 % auf etwa 8.200 der größte Verlierer zu sein.
Am Donnerstag erklärte Apple Inc. in einer Stellungnahme, dass das Unternehmen an einem Punkt angekommen sei, an dem es die Auswirkungen der gestiegenen Preise für Speicher und Speicherplatz weitergeben müsse, was die Folge einer außergewöhnlichen Nachfragesteigerung sei. Das Unternehmen fügte hinzu: „Wir haben noch nie erlebt, dass die Preise für eine Komponente so stark und so schnell gestiegen sind.“ Allerdings hat das Unternehmen noch keine Preiserhöhungen für seine Geräte angekündigt.
Die Warnung von Apple bezüglich der robusten Nachfrage nach Speicherchips deutet darauf hin, dass Unternehmen, die erheblich in den Aufbau von Künstlicher Intelligenz (KI)-Infrastruktur investieren, voraussichtlich eine spürbare Belastung ihrer operativen Margen hinnehmen müssen.
Unterdessen belastet ein starker Rückgang von SoftBank aufgrund der Verschiebung des Börsengangs (IPO) von OpenAI, dem Entwickler von ChatGPT, auf das nächste Jahr auch die japanischen Aktienmärkte. Laut einem Bericht von Bloomberg wird SoftBanks Investition in den ChatGPT-Hersteller bis Oktober voraussichtlich etwa 65 Milliarden Dollar betragen. Es ist erwähnenswert, dass SoftBank das drittgrößte Unternehmen Japans nach Marktkapitalisierung ist.
KI-Aktien - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Künstliche Intelligenz (KI) ist ein interdisziplinäres Forschungsfeld, das darauf abzielt, menschliche Denkprozesse in Maschinen nachzuahmen. Dazu gehören Bereiche wie maschinelles Lernen, Sprachverarbeitung und Bilderkennung.
Künstliche Intelligenz (KI) findet zunehmend in verschiedensten Bereichen Anwendung. Zu den bekanntesten gehören generative KI-Plattformen wie ChatGPT oder Google Bard, die auf großen Sprachmodellen (LLMs) basieren, um Textanfragen zu beantworten. Midjourney erstellt auf Basis von Nutzereingaben originelle Bilder. Andere KI-Anwendungen, wie Upstart, nutzen fortschrittliche Algorithmen, um die Kreditwürdigkeit von Bewerbern zu bewerten, während Plattformen wie YouTube und Spotify personalisierte Inhalte auf Basis von Nutzerdaten vorschlagen.
Nvidia (NVDA) ist ein führendes Unternehmen im Bereich der Halbleitertechnologie und produziert sowohl auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierte Computerchips als auch Plattformen, die von KI-Ingenieuren zur Entwicklung neuer Anwendungen genutzt werden. Viele Experten betrachten Nvidia als zentralen Akteur der KI-Revolution, da es die grundlegenden Werkzeuge für die Weiterentwicklung künstlicher Intelligenz liefert. Palantir Technologies (PLTR), ein Unternehmen für Datenanalyse, ist vor allem für seine Zusammenarbeit mit der US-Geheimdienstgemeinschaft bekannt. Deren „Gotham“-Plattform analysiert umfangreiche Datenmengen und unterstützt so die Ermittlung von Informationen und die Erkennung von Mustern. Das „Foundry“-Produkt von Palantir wird von großen Unternehmen genutzt, um Mitarbeiter- und Kundendaten zu analysieren, prädiktive Auswertungen zu erstellen und Anomalien zu erkennen. Microsoft (MSFT) hat eine bedeutende Beteiligung an OpenAI, dem Entwickler von ChatGPT, der bisher nicht an der Börse notiert ist. OpenAIs Technologie wurde bereits in die Bing-Suchmaschine von Microsoft integriert.
Nach der Veröffentlichung von ChatGPT für die breite Öffentlichkeit Ende 2022 stiegen viele Aktien von Unternehmen, die im Bereich Künstliche Intelligenz tätig sind, stark an. So legte Nvidia beispielsweise in den sechs Monaten nach dem Release um über 200 Prozent zu. An der Wall Street wurden daraufhin Stimmen laut, die sich fragten, ob der Markt vor einer neuen Technologieblase steht. Der renommierte Investor Stanley Druckenmiller, der erhebliche Anteile an Palantir und Nvidia hält, äußerte sich dazu, dass echte Blasen in der Regel nicht nur sechs Monate andauern. Sollte sich die KI-Euphorie tatsächlich zu einer Blase entwickeln, könnten extreme Bewertungen mindestens zweieinhalb Jahre Bestand haben – ähnlich wie bei der Dotcom-Blase in den späten 1990er Jahren. Zur Mitte des Jahres 2023 schien der Markt jedoch noch nicht in einer Blase zu stecken. Zwar wurde Nvidia zu diesem Zeitpunkt mit dem 27-fachen des zukünftigen Umsatzes gehandelt, doch Analysten rechneten mit einem deutlichen Umsatzwachstum in den kommenden Jahren. Zum Vergleich: Während der Dotcom-Blase war der NASDAQ 100 mit dem 60-fachen der Gewinne bewertet, während er Mitte 2023 lediglich beim 25-fachen lag.
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