- GBP/USD verzeichnet am frühen Freitagmorgen in der europäischen Sitzung moderate Gewinne um 1,3200.
- Händler warten auf das Ergebnis, wer unter Andy Burnham das Amt des Finanzministers übernehmen wird, was das Pfund Sterling stärkt.
- US-PCE-Inflationsdaten dämpfen die Erwartungen an US-Zinserhöhungen.
Das GBP/USD-Paar notiert am frühen Freitagmorgen in der europäischen Sitzung mit leichten Gewinnen nahe 1,3200. Das Pfund Sterling (GBP) gewinnt gegenüber dem US-Dollar (USD) an Stärke, da sich die Märkte darauf konzentrieren, wer unter Andy Burnham Finanzminister werden könnte, und die jüngsten US-Inflationsdaten die Erwartungen an US-Zinserhöhungen abgeschwächt haben.
Die britische Finanzministerin Rachel Reeves wird voraussichtlich unter einer von Burnham geführten Regierung ersetzt. Die Händler richten ihren Fokus darauf, wer unter Andy Burnham, dem wahrscheinlichen Nachfolger von Keir Starmer als Premierminister, Finanzminister werden könnte. „Die Hindernisse für eine Burnham-Krönung werden langsam aus dem Weg geräumt, was das Pfund am Rande unterstützt“, sagte Nick Rees, Leiter der Makroanalyse bei Monex Europe.
Rees erklärte, dass das Auftauchen des ehemaligen Gesundheitsministers Wes Streeting als Favorit für ihre Nachfolge, wie von einigen Medien berichtet, wahrscheinlich das Pfund unterstützen werde. „Das gesagt, befinden wir uns in Bezug auf Burnham noch in der Honeymoon-Phase, und die wirtschaftlichen Realitäten bleiben herausfordernd“, fügte er hinzu.
Das US Bureau of Economic Analysis (BEA) gab am Donnerstag bekannt, dass der US-Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) im Mai im Jahresvergleich um 4,1 % gestiegen ist, verglichen mit 3,3 % im April. Die jährliche Rate beschleunigte sich damit deutlich über das 2%-Ziel der Fed.
Der Kern-PCE, der von der Fed bevorzugte Inflationsindikator, stieg im Mai um 3,4 % YoY gegenüber 3,3 % zuvor und entsprach damit den Erwartungen. Dieser Wert erreichte den höchsten Stand seit Oktober 2023. Beide Werte lagen im Einklang mit den Markterwartungen.
Analysten gehen davon aus, dass die Inflation mit dem Rückgang der Ölpreise auf das Vorkriegsniveau am Donnerstag nach der Unterzeichnung eines vorläufigen Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran wahrscheinlich im letzten Monat ihren Höhepunkt erreicht hat oder kurz davorsteht.
Die Märkte preisen nun laut dem CME FedWatch Tool eine Wahrscheinlichkeit von fast 28,9 % für eine Zinserhöhung um mindestens 25 Basispunkte (bps) bei der Sitzung der Zentralbank im Juli ein, nach 34,2 % in der vorherigen Sitzung. Für die September-Sitzung sanken die Erwartungen für eine Zinserhöhung von 65,7 % am Mittwoch auf 60,1 %.
Pfund Sterling - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.
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