• Die asiatischen Aktienmärkte stürzen aufgrund des Endes der US-Technologierallye, eines stärkeren US-Dollars und höherer Ölpreise ab.
  • KOSPI löst im frühen Handel eine Handelsunterbrechung aus, da die Aktien von Chipherstellern um über 10 % gefallen sind.
  • Der Austausch von Angriffen zwischen Israel und Iran hat die Ölpreise steigen lassen.

Die asiatischen Aktienmärkte sehen sich zu Beginn der Woche einem massiven Ausverkauf gegenüber, der durch mehrere Rückenwinde ausgelöst wird. Anzeichen für ein Ende der Rallye der US-Technologiewerte, höhere Ölpreise aufgrund der Vergeltungsangriffe Irans gegen Israel und ein steigender US-Dollar (USD) nach starken Nonfarm Payrolls (NFP)-Daten für Mai zwangen die Händler dazu, ihre Positionen an den Aktienmärkten des größten Kontinents abzustoßen.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts liegt der Nikkei 225 trotz einer leichten Erholungsbewegung um 3,55 % bei knapp 64.200 Punkten im Minus. Der KOSPI stürzt um 4,5 % auf knapp 7.800 Punkte ab. Der südkoreanische Index fiel nach einem schwachen Handelsstart um über 8 %, was eine 20-minütige Handelsunterbrechung auslöste. Die Aktien der Chiphersteller Samsung und SK Hynix fielen im Eröffnungshandel um über 10 %, was zu einem massiven Rückgang des Index führte. Sowohl der Shanghai Composite als auch der Hang Seng sanken um fast 0,8 %.

Unterdessen wird erwartet, dass die indischen Aktienmärkte negativ eröffnen, wobei die Futures auf den Nifty um fast 300 Punkte auf knapp 23.160 Punkte fallen.

Die US-Technologiewerte erlitten am Freitag einen massiven Ausverkauf und fielen um 5 % aufgrund überraschend starker inländischer Beschäftigungsdaten, die zu einer starken Rallye des US-Dollars und der US-Staatsanleihenrenditen führten.

Der kumulative Effekt der positiven offiziellen Beschäftigungsdaten und des bereits hohen Inflationsdrucks hat zu einem deutlichen Anstieg der hawkishen Wetten auf die Federal Reserve (Fed) geführt. Laut dem CME FedWatch Tool sind die Chancen, dass die Fed in diesem Jahr mindestens eine Zinserhöhung vornimmt, von 45,2 % vor einer Woche auf 74,4 % gestiegen.

Auf geopolitischer Ebene haben erneute Konflikte im Nahen Osten zwischen Israel und Iran die Ölpreise ansteigen lassen, ein Szenario, das für die Aktienmärkte der asiatischen Volkswirtschaften ungünstig ist, da diese stark auf Ölimporte zur Deckung ihres Energiebedarfs angewiesen sind.

 

Asiatische Aktien - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Asien trägt rund 70 Prozent zum weltweiten Wirtschaftswachstum bei und beheimatet mehrere bedeutende Börsenbarometer. In den entwickelten Volkswirtschaften der Region ragen vor allem der Nikkei 225, der 225 Unternehmen an der Börse Tokio umfasst, sowie der südkoreanische KOSPI heraus. China verfügt mit dem Hang Seng Index, dem Shanghai Composite und dem Shenzhen Composite über drei zentrale Indizes. Als große Schwellenwirtschaft rückt zudem Indien stärker in den Fokus internationaler Investoren, die vermehrt in Unternehmen investieren, die im BSE Sensex und im Nifty 50 gelistet sind.

Die großen Volkswirtschaften Asiens unterscheiden sich deutlich in ihrer Struktur, entsprechend variieren auch die prägenden Sektoren. Technologieunternehmen haben in Japan und Südkorea ein starkes Gewicht und gewinnen auch in China zunehmend an Bedeutung. Finanzdienstleister prägen insbesondere Börsenplätze wie Hongkong oder Singapur, die als wichtige regionale Finanzzentren gelten. In China und Japan spielt zudem die Industrie eine zentrale Rolle, etwa in der Automobilproduktion oder der Elektronikfertigung. Mit dem Wachstum der Mittelschicht in Ländern wie China und Indien gewinnen außerdem Einzelhandel und E-Commerce an Bedeutung.

Die Entwicklung asiatischer Aktienindizes wird von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst. Maßgeblich sind vor allem die Geschäftszahlen der im jeweiligen Index enthaltenen Unternehmen, die im Rahmen von Quartals- und Jahresberichten veröffentlicht werden. Darüber hinaus spielen die wirtschaftlichen Fundamentaldaten der einzelnen Länder, geldpolitische Entscheidungen der Zentralbanken sowie die Fiskalpolitik der Regierungen eine wichtige Rolle. Auch politische Stabilität, technologischer Fortschritt und die Rechtsstaatlichkeit können die Märkte beeinflussen. Hinzu kommt die Entwicklung der US-Börsen, da sich viele asiatische Märkte häufig an den Vorgaben der Wall Street orientieren. Schließlich wirkt sich auch die allgemeine Risikostimmung an den Finanzmärkten aus, da Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren als risikoreichere Anlageform gelten.

Aktieninvestitionen sind grundsätzlich mit Risiken verbunden. In Asien kommen spezifische regionale Faktoren hinzu. Die politischen Systeme reichen von gefestigten Demokratien bis hin zu autoritären Strukturen, wodurch sich Stabilität, Transparenz, Rechtsstaatlichkeit und Anforderungen an die Unternehmensführung teils deutlich unterscheiden. Geopolitische Spannungen wie Handelskonflikte oder territoriale Auseinandersetzungen können ebenso für Kursschwankungen sorgen wie Naturkatastrophen. Zudem beeinflussen Wechselkursbewegungen die Bewertung von Aktienmärkten in der Region. Besonders exportorientierte Volkswirtschaften reagieren empfindlich auf Währungsschwankungen: Eine starke Landeswährung kann die Wettbewerbsfähigkeit im Ausland beeinträchtigen, während eine schwächere Währung die Exportchancen verbessert.


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