Der US-Pharmakonzern AbbVie hat am Donnerstag positive Ergebnisse aus der Phase-3-Studie CERVINO mit dem Prüfpräparat Etentamig vorgelegt. Untersucht wurde die Behandlung bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom.

Die Studie erreichte beide primären Endpunkte. Unter Etentamig lag die objektive Ansprechrate bei 74,0 Prozent und damit deutlich über den 45,7 Prozent bei den verfügbaren Standardtherapien nach Wahl der Prüfärzte. Zudem verringerte die Behandlung das Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung oder den Tod um 60 Prozent. Die Hazard Ratio für das progressionsfreie Überleben lag bei 0,40.

Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 11,4 Monaten betrug die Gesamtüberlebensrate nach zwölf Monaten unter Etentamig 87,9 Prozent. Bei den Standardtherapien waren es 72,0 Prozent. An der Studie nahmen 393 Patienten teil, die zuvor im Median bereits drei Therapielinien erhalten hatten.

Etentamig ist ein bispezifischer T-Zell-Engager der zweiten Generation, der auf BCMA und CD3 abzielt. Nach einer einmaligen schrittweisen Anfangsdosierung wurde das Mittel monatlich verabreicht. Ein Zytokin-Freisetzungssyndrom trat bei 28,3 Prozent der Patienten nach der Anfangsdosis auf. Die Fälle waren überwiegend vom Schweregrad 1. Ereignisse vom Grad 3 oder höher wurden nicht gemeldet.

Die Ergebnisse deuten nach Angaben des Unternehmens darauf hin, dass Etentamig auch für eine Behandlung im ambulanten Umfeld infrage kommen könnte. AbbVie will die Studiendaten nun mit den zuständigen Zulassungsbehörden weltweit erörtern, um die nächsten Schritte festzulegen.

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