Die Kryptowährung Ethereum (ETH) ist am Freitag wieder in eine bekannte Zone um 2.100 US-Dollar zurückgekehrt, nachdem sie zuvor von 2.390 Dollar – dem höchsten Stand seit Anfang Februar – zurückgefallen war.

Die zweitgrößte Digitalwährung verzeichnete in der ersten Wochenhälfte zunehmenden Aufwärtsdruck, getragen von institutionellen Käufen, verstärkter Akkumulation durch Großinvestoren sowie einer wachsenden Nachfrage im Derivatehandel.

Am Montag gab das auf Ethereum spezialisierte Unternehmen BitMine Immersion bekannt, 60.999 ETH erworben zu haben. Damit stiegen die Bestände auf insgesamt 4,59 Millionen ETH.

Auch sogenannte Wale – also Wallets mit Beständen zwischen 10.000 und 100.000 ETH – zeigten deutliche Akkumulation, während sich private Anleger weiterhin zurückhaltend verhielten.

ETH-Bestand nach Halterwert. Quelle: CryptoQuant

Der Derivatemarkt für ETH verzeichnete erneut verstärktes Interesse von Käufern, nachdem das Open Interest auf den höchsten Stand seit September gestiegen war. Gleichzeitig hielten anhaltend positive Nettoströme bei Händlern mit Market-Orders an.

Allerdings holten volatile Ölpreise und sinkende Erwartungen an Zinssenkungen im Jahr 2026, ausgelöst durch Spannungen im Nahen Osten, die Kryptowährung ein.

In der Folge scheiterte ETH nahe seinem realisierten Preisniveau beziehungsweise den durchschnittlichen Onchain-Kosten der Investoren bei rund 2.310 Dollar. Dies deutet darauf hin, dass viele Anleger beim Erreichen der Gewinnschwelle Positionen abbauten. Dieses Niveau gilt historisch als Auslöser für Verkäufe bei schwachen Aufwärtstrends.

Auch börsengehandelte Ethereum-Fonds (ETFs) in den USA drehten zuletzt ins Minus. In den vergangenen zwei Tagen zogen Anleger rund 192,1 Millionen Dollar ab, nachdem zuvor sechs Handelstage in Folge Zuflüsse verzeichnet worden waren.

ETH-ETF-Flüsse. Quelle: SoSoValue

Die Märkte tendieren vor dem Wochenende insgesamt schwächer, wobei nahezu alle Anlageklassen unter Druck stehen.

Ethereum-Kursausblick: ETH testet weiter 2.110 Dollar und 20-Tage-Linie

In den vergangenen 24 Stunden kam es bei Ethereum zu Liquidationen im Umfang von 39 Millionen Dollar, davon entfielen laut Daten von Coinglass 21,2 Millionen Dollar auf Long-Positionen.

Der Kurs steht aktuell unter Druck im Bereich der Unterstützung bei 2.110 Dollar, wo auch der 20-Tage-Durchschnitt (EMA) verläuft und das Niveau zusätzlich verstärkt. Ein Bruch nach unten könnte den Weg zur nächsten Unterstützung bei 1.740 Dollar freimachen, gefolgt von 1.524 Dollar.

Auf der Oberseite liegt ein erster Widerstand bei 2.390 Dollar. Weitere Hürden zeichnen sich bei 2.746 und 3.412 Dollar ab und könnten eine breitere Erholung begrenzen. Ein Schlusskurs oberhalb von 2.390 Dollar würde die Tür für eine nachhaltigere Erholung in Richtung mittlerer 2.000er-Marke öffnen. Fällt der Kurs hingegen unter 2.110 Dollar, rücken die tieferen Unterstützungen wieder in den Fokus und das übergeordnete Abwärtsbild würde sich bestätigen.

ETH/USDT-Tageschart

Der Relative-Stärke-Index (RSI) bewegt sich um die Marke von 50 und signalisiert damit ein ausgeglichenes Momentum, nachdem er sich von zuvor überkauften Niveaus zurückgebildet hat. Der Stochastik-Oszillator hat sich ebenfalls von seinen Extremwerten abgekühlt, was auf nachlassenden Aufwärtsdruck hindeutet, ohne jedoch eine klare Abwärtsbewegung zu bestätigen.


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