- Der Goldpreis bleibt über 3.300 USD unterstützt vor dem US-CPI-Inflationstest.
- Der US-Dollar freut sich über ein positives Ergebnis der Handelsgespräche zwischen den USA und China in London.
- Das tägliche technische Setup neigt sich kurzfristig zugunsten der Goldkäufer.
Der Goldpreis gewinnt in den asiatischen Handelsstunden am Mittwoch an Stärke, nachdem er die kritische Unterstützung nahe 3.300 USD bisher in dieser Woche verteidigt hat. Allerdings hängt weiteres Aufwärtspotenzial von den US-Verbraucherpreisindex (CPI)-Daten ab, die später am Tag veröffentlicht werden.
Der Goldpreis blickt auf die US-Inflationsdaten amid US-China Handelsoptimismus
Nach dem zweiten Tag der Handelsgespräche zwischen den USA und China in London am Dienstag berichtete Bloomberg, dass beide Seiten sich auf einen Rahmen für ein Handelsabkommen geeinigt haben, das potenziell helfen könnte, einen Handelskrieg zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt zu lösen.
Der Optimismus zwischen den USA und China half dem US-Dollar (USD), gegenüber seinen wichtigsten Währungsgegnern etwas Boden gutzumachen. Allerdings fehlt der Erholung die Überzeugung angesichts des Urteils des US-Berufungsgerichts, das die Gegenzölle von US-Präsident Donald Trump in Kraft lässt.
Diese Unsicherheit über Trumps Handelspolitik hebt die Risikostimmung nicht, was es dem traditionellen sicheren Hafen Goldpreis ermöglicht, Aufwärtsdynamik zu gewinnen.
Händler bleiben auch vorsichtig vor den äußerst wichtigen US-CPI-Daten, die die Markterwartungen für eine Zinssenkung der Federal Reserve (Fed) im September verändern könnten.
Die Märkte preisen derzeit etwa 52% Wahrscheinlichkeit ein, dass die Fed die Zinsen im September um 25 Basispunkte (bps) senken wird.
Der monatliche US-CPI wird voraussichtlich um 0,2% steigen, und die Kerninflation wird im Mai voraussichtlich auf 0,3% ansteigen. Die Daten werden wahrscheinlich die ersten Anzeichen dafür zeigen, dass Trumps Zölle in die Preise einfließen.
Ein heißer als erwarteter monatlicher CPI-Wert könnte den Markterwartungen einer Zinssenkung der Fed im September entgegenwirken und den US-Dollar auf Kosten des zinslosen Goldpreises steigen lassen.
Andererseits könnte eine überraschende Abkühlung der Inflationsdaten das Kaufinteresse am zinslosen Goldpreis verstärken, da die Daten die Erwartungen von zwei Zinssenkungen durch die Fed in diesem Jahr bestätigen würden.
Allerdings könnte die Reaktion des Goldpreises auf den US-Inflationsbericht von den Handelsnachrichten beeinflusst werden. Die Märkte behalten auch die US-Auktion von 10-jährigen Staatsanleihen am Mittwoch und Donnerstag genau im Auge.
Technische Analyse des Goldpreises: Tageschart

Es gibt keine Änderungen im kurzfristigen technischen Ausblick, solange der Goldpreis über dem kritischen Niveau von 3.297 USD bleibt.
Dieses Niveau ist die Konvergenz des 21-Tage Simple Moving Average (SMA) und des 38,2%-Fibonacci-Retracement (Fibo)-Niveaus des Rekordrallys im April.
Darüber hinaus hat der 14-Tage Relative Strength Index (RSI) es geschafft, über der Mittellinie zu bleiben, derzeit nahe 54, was das bullische Potenzial unterstützt.
Goldverkäufer benötigen einen täglichen Kerzenschluss unter der oben genannten starken Unterstützung bei 3.297 USD, um die 50-Tage-SMA-Obergrenze bei 3.262 USD herauszufordern.
Die letzte Verteidigungslinie für Käufer liegt bei 3.232 USD, dem 50%-Fibo-Niveau des gleichen Anstiegs.
Auf der anderen Seite werden Goldkäufer wahrscheinlich starke Angebote bei der psychologischen Marke von 3.350 USD finden, wenn die Erholung an Stärke gewinnt.
Der nächste Widerstand wird beim 23,6%-Fibo-Widerstand bei 3.377 USD gesehen, über dem das Mai-Hoch von 3.439 USD bedroht werden könnte.
Wirtschaftsindikator
Verbraucherpreisindex (Monat)
Inflationäre oder deflationäre Entwicklungen werden erfasst, indem regelmäßig die Preise eines repräsentativen Warenkorbs aus Gütern und Dienstleistungen zusammengezählt und im sogenannten Verbraucherpreisindex (VPI) dargestellt werden. Die entsprechenden VPI-Daten werden monatlich vom US-Arbeitsministerium erhoben und veröffentlicht. Der sogenannte MoM-Wert (Month-over-Month) zeigt dabei die Preisveränderung im Vergleich zum Vormonat. Der VPI ist ein zentraler Indikator zur Einschätzung der Inflationsrate und der Kaufkraftentwicklung. In der Regel wird ein hoher VPI-Wert als positiv (bullish) für den US-Dollar (USD) gewertet, während ein niedriger Wert als negativ (bärisch) gilt.
Mehr lesenNächste Veröffentlichung: Mi Juni 11, 2025 12:30
Häufigkeit: Monatlich
Prognose: 0.2%
Vorher: 0.2%
Quelle: US Bureau of Labor Statistics
Die US-Notenbank (Fed) verfolgt ein doppeltes Mandat: die Sicherstellung von Preisstabilität und maximaler Beschäftigung. Gemäß diesem Auftrag sollte die Inflation bei etwa 2 % im Jahresvergleich liegen. Doch genau dieser Aspekt stellt seit der Pandemie – die die Weltwirtschaft nachhaltig beeinflusst – die größte Herausforderung für die Zentralbank dar. Der Preisdruck bleibt hoch, da anhaltende Lieferkettenprobleme und Engpässe die Teuerung weiter anheizen. Gleichzeitig verharrt der Verbraucherpreisindex (CPI) auf einem Mehrjahreshoch. Die Fed hat bereits erste Maßnahmen ergriffen, um die Inflation einzudämmen, und wird ihre restriktive Geldpolitik voraussichtlich auch in absehbarer Zukunft beibehalten.
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