Die zu Beginn des Jahres veröffentlichten Wachstumsprognosen mussten im Jahresverlauf revidiert werden. Zur Verdeutlichung sind die Prognoseanpassungen des IWF (World Economic Outlook) von 10/2015 auf 10/2016 angeführt.

Im Sektor der bedeutenden Wirtschaftsräume haben die USA mit -1,2% die größte Wachstumsverfehlung aufzuweisen. China, Indien und die Eurozone lieferten die positiven Überraschungen bezüglich der IWF und den Mainstreamprognosen zu Jahresende 2015/Jahresbeginn 2016.

Damit entspricht das vorläufige Ergebnis der Wachstumsprognosen für die großen Wirtschaftsräume den Makroprognosen aus dem BLB Jahresausblick 2016.

Aufstrebende Länder 2016: Es geht los!
Das aus China heraus forcierte Projekt „One Belt –One Road” hat erwartungsgemäß, aber schlussendlich gezwungenermaßen (man konnte es nicht mehr ignorieren) eine erhöhte Popularität erlangt. Chinas Wachstumsprognose musste seitens des Mainstreams in der Folge nach oben korrigiert werden. Der mit diesen Infrastrukturmaßnahmen verbundene erhöhte Rohstoffverzehr hat unseren Erwartungen entsprechend zu deutlich höheren Notierungen an den Rohstoffbörsen geführt. Das gilt vor allen Dingen für Industriemetalle und Energierohstoffe.

Entsprechend haben sich die im Jahresverlauf in den Rohstoff produzierenden Ländern verbesserte Konjunkturlagen ergeben. Russland lieferte 2016 ein markantes Beispiel bezüglich Stabilisierung und Setzen der Basis für zukünftiges Wachstum trotz der nach wie vor gegebenen Sanktionen.

Eurozone 2016, besser als prognostiziert!
Trotz des nicht vom Mainstream erwarteten, aber gut verarbeiteten Brexitvotums lieferte die Eurozone 2016 einen Wachstumsclip in Höhe von voraussichtlich 1,7%. Damit bewegte sich die Expansion des BIP oberhalb des von der EZB ermittelten Potentialwachstumspfads. Mehr noch basierte per 2016 das BIP-Wachstum maßgeblich auf wiederkehrenden Einkommen. Ergo ist das Qualitätsbild der wirtschaftlichen Expansion als widerstandsfähig und gut zu klassifizieren.

Die fraglos gegebene Divergenz in den unterschiedlichen nationalen Räumen in der Konjunkturentwicklung der Eurozone bleibt eine Herausforderung. Italiens politische Instabilität und Bankenmisere war 2016 eine konjunkturelle Belastung, die dazu führte, dass Italien das konjunkturelle Potential nicht ausnutzen konnte. Positiv ist anzumerken, dass bedeutungsvolle Arbeitsmarktreformen sowohl in Italien als auch in Frankreich umgesetzt wurden.

Die Verlängerung der quantitativen Politik der EZB bis Jahresende 2017 wirft vor dem Hintergrund der nicht erwarteten Wachstumshöhe und der bestechenden Qualität Fragen bezüglich des Mandats der EZB auf, auf die an dieser Stelle nicht eingegangen werden soll.

Deutschland 2016 weiter stabiler Motor!
Deutschland wächst weiter oberhalb des Potentialwachstumspfads. 2016 werden es laut IWF mindestens 1,7%. Das Umfeld ist von vielen positiven Einflussfaktoren geprägt, die nicht in der Verantwortung unserer politischen Klasse liegen.

Das maßgeblich von der EZB und von den Märkten forcierte Zinsniveau, ob am Geld- oder am Kapitalmarkt, ist bezüglich der Reife der wirtschaftlichen Expansion grotesk niedrig und muss als eine historisch einmalige Anomalie mit der Wirkung einer Subvention klassifiziert werden. Auch die damit einhergehende niedrige Bewertung des Euros stellt eine weitere Subventionierung des deutschen Wirtschaftsmodells dar.

In der Folge nimmt die Partizipationsrate am Arbeitsmarkt, ganz im Gegensatz zu den USA zu. Das Wachstum der Lohnsumme durch höhere Beschäftigung und Lohnsteigerungen war und ist der maßgebliche Katalysator des Wachstums.

USA 2016 – Massive Enttäuschung auf allen Ebenen ohne sachliche Diskontierung an Märkten
Die Wachstumsprognosen der USA per 2016 mussten von 2,8% auf aktuell 1,6% massiv geschliffen werden. Die Qualität des Wachstums ist kritisch, sowohl im von Krediten getriebenen Konsumsektor als auch im Rahmen der Alimentierung des Wachstums durch öffentliche Haushaltsdefizite.

In der unbestechlichen Form der Darstellung durch die US-Treasury (Public Debt) läuft das öffentliche Haushaltsdefizit voraussichtlich zwischen 5,5% - 6% des BIP per 2016 aus. Die Wahl Donald Trumps und die nachfolgenden Reaktionen seitens der Wall Street, dem Establishment und den Märkten werfen dramatische Fragen auf, die an dieser Stelle nicht weiter vertieft werden sollen.

Fakt ist, dass die massive makroökonomische US-Enttäuschung per 2016, die dramatischste Fehlbeurteilung bezüglich erwarteter sechs US-Zinserhöhungen, die größte Fehleinschätzung des Establishments und des Mainstreams bei den US-Präsidentenwahlen und die eklatanteste Zunahme öffentlicher Verschuldung unter den großen Wirtschaftsräumen mit dem Höchstniveau des USD-Index seit 13 Jahren per 11/12/2016 belohnt wurden. Derartige Divergenzen zwischen Realität und Bewertung haben nur in totalitären Systemen längere Restlaufzeiten.

Fazit
Im zweiten Halbjahr ergab sich eine Zunahme der Konjunkturdynamik auf globaler Ebene, die ihren Ursprung in den aufstrebenden Ländern hat und einen strukturellen und extrapolierbaren Hintergrund bieten.

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