EUR/USD Aktueller Kurs: 1,0876
- Besser als erwartet ausgefallene US-Einzelhandelsumsätze gaben dem US-Dollar neuen Auftrieb.
- Die Marktteilnehmer setzen weiterhin auf eine Zinssenkung der US-Notenbank im September.
- Der EUR/USD befindet sich in einer Korrekturphase und muss die Marke von 1,0800 durchbrechen, um bearish zu werden.

Der EUR/USD wurde in der ersten Tageshälfte knapp unter dem Wert von 1,0900 gehandelt und bewegte sich im Vorfeld wichtiger US-Wirtschaftsdaten in einer engen Spanne. Der Optimismus kühlte etwas ab, obwohl die Nachfrage nach dem US-Dollar verhalten blieb.
Unterdessen begrenzte eine gemischte ZEW-Umfrage in Deutschland die Aufwärtsbewegung des Euro. Die Umfrage zeigte, dass die Konjunkturerwartungen in Deutschland von 47,5 im Juni auf 41,8 im Juli zurückgingen und damit ebenfalls hinter den Erwartungen zurückblieben. Auch der Index für die Eurozone fiel mit 41,8 schlechter aus als erwartet. Positiv zu vermerken ist, dass sich die Einschätzung der aktuellen Lage in Deutschland von zuvor -73,8 auf -68,9 verbesserte und damit besser ausfiel als erwartet.
Die Renditen von Staatsanleihen blieben vor Handelsbeginn an der Wall Street unter Druck, da die Wetten auf eine Zinssenkung durch die US-Notenbank (Fed) im September wieder zunahmen, nachdem der Fed-Vorsitzende Jerome Powell einige Kommentare abgegeben hatte, die als dovish interpretiert werden könnten. Powell verwies auf die nachlassende Inflation im zweiten Quartal des Jahres und fügte hinzu, dass eine unerwartete Abschwächung des Arbeitsmarktes eine Reaktion der politischen Entscheidungsträger rechtfertigen würde. Er lehnte es jedoch ab, eine klare Antwort auf die Frage nach bevorstehenden Zinssenkungen zu geben, und wiederholte, dass Entscheidungen von Sitzung zu Sitzung getroffen würden.
Der EUR/USD drehte nach der Veröffentlichung der US-Daten nach Süden. Die Einzelhandelsumsätze blieben im Juni wie erwartet unverändert, obwohl sich der Kernwert, die Einzelhandelsumsätze der Kontrollgruppe, von 0,4 % im Mai auf 0,9 % verbesserte.
Kurzfristiger technischer Ausblick für den EUR/USD
Aus technischer Sicht bleibt der EUR/USD aufwärts gerichtet, wenngleich eine Abwärtskorrektur zu erwarten ist. Auf dem Tages-Chart notiert das Paar weiterhin über allen gleitenden Durchschnitten, wobei der 20 Simple Moving Average (SMA) stark nach Norden tendiert, jedoch unterhalb der richtungslosen 100- und 200-SMAs. Die technischen Indikatoren liegen nun deutlich über ihren Mittellinien, auch wenn der Relative Strength Index (RSI) leicht von seinem überkauften Niveau zurückgeht. Insgesamt bleibt das Risiko einer Fortsetzung des Abwärtstrends begrenzt.
Der 4-Stunden-Chart deutet auf eine kurzfristige Ausweitung des Abwärtstrends hin. Der EUR/USD beschleunigte seinen Abwärtstrend, nachdem er den nun leicht bullischen 20 SMA durchbrach, während die technischen Indikatoren deutlich abwärts drehten und derzeit ihre Mittellinien von oben testen. Das Paar nähert sich dem unmittelbaren Unterstützungsbereich bei 1,0870 und muss vor dem Wert von 1,0800 Käufer finden, um die positive Stimmung aufrechtzuerhalten.
Unterstützungsniveaus: 1,0870 1,0835 1,0790
Widerstandsmarken: 1,0940 1,0990 1,1020
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