- EUR/USD hat am Montag Schwierigkeiten, überzeugende Aufwärtsdynamik über 1,1800 zurückzugewinnen.
- Der US-Dollar verringert die Verluste, bleibt aber nach dem SCOTUS-Urteil defensiv.
- Das Geschäftsklima in Deutschland hat sich im Februar leicht verbessert, so das IFO.
EUR/USD scheint sich nun in eine Konsolidierungsphase bewegt zu haben, nachdem das Paar die Februar-Hochs über 1,1900 nicht überwinden konnte und sich etwas um oder knapp unter der 1,1800-Region stabilisiert. Solange der wichtige 200-Tage-SMA nahe 1,1650 die Unterseite hält, sollten weitere Gewinne in der Pipeline bleiben.
Die späte Erholung des US-Dollars (USD) am Montag bedroht die positive Performance von EUR/USD und dem Rest des Risiko-Komplexes.
Tatsächlich scheint der Greenback, während die Marktteilnehmer weiterhin das SCOTUS-Urteil vom Freitag gegen Präsident Trumps globale Zölle verdauen, zum Leben erweckt worden zu sein, verringert frühere Verluste und veranlasst EUR/USD, den Bereich der täglichen Höchststände im 1,1840-1,1830-Bereich zu verlassen und in die Zone unter 1,1800 zurückzukehren.
Im aktuellen Kontext handelt der US-Dollar-Index (DXY) mit moderaten Verlusten in der Region von 97,60 und baut auf dem Rückgang vom Freitag auf, flirtet jedoch weiterhin mit dem oberen Ende der monatlichen Spanne.
Fed: ruhige Hände, weichere Kanten
Die Federal Reserve (Fed) ließ die Zielspanne für die Fed Funds (FFTR) bei 3,50% bis 3,75% bei ihrer Sitzung Ende Januar unverändert. Keine Überraschungen. Die Märkte waren vollständig auf eine Beibehaltung eingestellt.
Was sich subtil, aber bedeutend verschob, war der Ton.
Tatsächlich klangen die Entscheidungsträger entspannter in Bezug auf den aktuellen Zustand der Wirtschaft. Das Wachstum hält sich besser als viele befürchtet hatten, und entscheidend ist, dass das Federal Open Market Committee (FOMC) die Beschäftigungsrisiken nicht mehr als sich verschlechternd ansieht. Die Inflation wird weiterhin als etwas erhöht beschrieben, aber die Dringlichkeit hat sich eindeutig verringert.
Die Abstimmung fiel mit 10 zu 2 aus, wobei zwei Abweichler eine Senkung um 25 Basispunkte befürworteten. Diese Spaltung ist wichtig. Sie zeigt, dass, während der Schwerpunkt stabil bleibt, die interne Debatte nicht verschwunden ist.
Bei der Pressekonferenz schlug Vorsitzender Jerome Powell einen gemessenen Ton an. Die Politik ist seiner Ansicht nach gut aufgestellt. Entscheidungen bleiben strikt von Sitzung zu Sitzung, ohne vorgegebene Richtung. Er spielte auf die jüngsten Inflationsüberraschungen herunter und führte einen Großteil des Überschusses auf Zölle zurück und betonte, dass die Disinflation im Dienstleistungssektor weiterhin Fortschritte macht. Ebenso wichtig ist, dass niemand im Ausschuss eine Zinserhöhung als Basisszenario betrachtet.
Die Botschaft war klar. Das Vertrauen hat sich verbessert, aber es gibt keinen Grund zur Eile.
Die Protokolle von Januar bestätigten dieses Bild. Die meisten Teilnehmer unterstützten eine Beibehaltung. Mehrere wiesen darauf hin, dass eine weitere Lockerung wahrscheinlich angemessen wäre, wenn die Inflation wie erwartet zurückgeht, während andere warnten, dass Zinserhöhungen weiterhin gerechtfertigt sein könnten, wenn der Preisdruck hartnäckig bleibt. Die Inflation wird als driftend zurück in Richtung 2% gesehen, aber nicht in einer geraden Linie.
Mit solidem Wachstum und einem stabilisierenden Arbeitsmarkt bleibt die Fed fest datenabhängig und neigt nicht entschieden zu aggressiven Senkungen.
EZB: ruhig, konsistent, unbeeindruckt
Die Europäische Zentralbank (EZB) ließ auch ihre drei wichtigsten Zinssätze in einer einstimmigen und weithin erwarteten Entscheidung unverändert.
Die Kommunikation fühlte sich stabil, fast einstudiert an. Der mittelfristige Ausblick deutet weiterhin darauf hin, dass die Inflation zum Ziel von 2% zurückkehrt, und die jüngsten Daten haben diese Sichtweise nicht wesentlich verändert. Die Lohnindikatoren scheinen sich zu stabilisieren, obwohl die Inflation im Dienstleistungssektor weiterhin unter Beobachtung steht. Die EZB erwartet weiterhin einen moderaten Rückgang der Verbraucherpreise im Jahr 2026, was das Argument für Geduld verstärkt.
Bei ihrer Pressekonferenz beschrieb Präsidentin Christine Lagarde die Risiken als weitgehend ausgewogen. Die Politik bleibt agil und datenabhängig. Der Rat erkannte die jüngsten Bewegungen im Devisenmarkt an, hielt sie jedoch für historisch normal und betonte, dass es kein Wechselkursziel gibt.
Kurz gesagt, die EZB ist nicht im Autopilot-Modus, aber sie hat es auch nicht eilig.
Die Märkte preisen in diesem Jahr etwa 8 Basispunkte an Lockerungen ein und erwarten im Großen und Ganzen eine weitere Beibehaltung bei der Sitzung am 19. März.
Euro-Positionierung: Überzeugung auf beiden Seiten
Die Positionierung im Euro (EUR) wird intensiver.
Die neuesten Daten der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zeigen, dass die spekulativen Netto-Long-Positionen in der Woche bis zum 17. Februar auf fast 174,5K Kontrakte gestiegen sind, den höchsten Stand seit September 2020. Auf den ersten Blick sieht das nach einem starken Vertrauensbeweis in die Gemeinschaftswährung aus.
Aber das Bild ist nuancierter.
Hedgefonds und andere institutionelle Konten haben ebenfalls ihre Short-Positionen erhöht und diese auf etwa 235,8K Kontrakte gesteigert, den höchsten Stand seit Mai 2023. Wenn sowohl Long- als auch Short-Positionen gleichzeitig steigen, signalisiert dies normalerweise eine steigende Überzeugung auf beiden Seiten, nicht einfach eine bullische Erweiterung.
Das Open Interest hat leicht auf etwa 916,8K Kontrakte nachgelassen, was knapp unter den vorherigen Rekordhöhen liegt. Das deutet darauf hin, dass dies keine dünne oder fragile Bewegung ist. Es ist ein echter Wettstreit. Bullen sehen strukturelle Aufwärtspotenziale. Bären sehen Verwundbarkeit.
In einem solchen Umfeld können sich Bewegungen ausdehnen, aber Umkehrungen können scharf sein, wenn sich die Narrative ändern.
Was das für EUR/USD bedeutet
Die Nettopositionierung begünstigt weiterhin den Euro (EUR), aber der Aufbau von gegensätzlichen Short-Positionen macht den Weg nach oben komplizierter. Der Handel ist überfüllter, empfindlicher und reaktiver auf eingehende makroökonomische Katalysatoren.

Was kommt als Nächstes
Kurzfristig: Der US-Dollar bleibt der dominierende Treiber. Arbeitsmarktdaten, Inflationsveröffentlichungen und geopolitische Schlagzeilen werden voraussichtlich das Tempo bestimmen. Der unmittelbare Kalender ist leicht, wobei die wöchentlichen US-Arbeitslosenanträge im Fokus stehen, obwohl Kommentare von Fed-Vertretern leicht die Aufmerksamkeit auf sich ziehen könnten.
Risiken: Eine Fed, die länger vorsichtig bleibt, stützt weiterhin den Greenback, insbesondere gegenüber einer EZB, die sich effektiv im Abwartemodus befindet. Aus technischer Sicht würde ein entscheidender Bruch unter den 200-Tage-Simple Moving Average (SMA) die Wahrscheinlichkeit einer tieferen Korrekturphase erhöhen.
Technische Ecke
Im Tages-Chart handelt EUR/USD bei 1,1797. Der 55-Tage-Simple Moving Average (SMA) steigt über den 100- und 200-Tage-SMAs, wobei alle drei ansteigend sind und eine bullische Tendenz verstärken. Der Preis hält sich über diesen Durchschnitten, was die Käufer kurzfristig in Kontrolle hält. Der Relative Strength Index (14) liegt bei 48,6 (neutral), steigt leicht an und deutet darauf hin, dass sich das Momentum stabilisiert.
Unmittelbarer Widerstand liegt bei 1,2082, gefolgt von 1,2266. Unterstützung wird bei 1,1766 gesehen, dann bei 1,1578. Ein Durchbruch über die erste Barriere würde den Weg zur nächsten Obergrenze öffnen, während ein Schlusskurs unter der anfänglichen Unterstützung das Risiko eines tieferen Rückzugs innerhalb der breiteren Aufwärtstrendstruktur erhöhen würde.
(Die technische Analyse dieser Geschichte wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Fazit
EUR/USD wird derzeit weit mehr von der US-Narrative als von Entwicklungen in der Eurozone getrieben.
Da der Zinspfad der Fed für 2026 weiterhin unklar ist und die Eurozone noch keinen überzeugenden zyklischen Aufschwung geliefert hat, wird der Aufwärtstrend wahrscheinlich allmählich bleiben, anstatt sich in einen klaren, nachhaltigen Ausbruch zu verwandeln.
Im Moment ist es eine Dollar-Geschichte zuerst, eine Euro-Geschichte zweitens.
Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.
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