Bereits gestern und damit vor dem ursprünglichen Zeitplan sind der US-Finanzminister und der Handelsbeauftragte in Peking eingetroffen. Jetzt setzt man an der Börse darauf, dass dies das Signal dafür ist, dass man unbedingt die Dinge geraderücken möchte, bevor es zum Gipfeltreffen zwischen den beiden Staatschefs Trump und Xi kommen wird. So treiben das Prinzip Hoffnung und die gute technische Situation durch ein Ablehnen eines erneuten Verkaufssignals den S&P 500 Index auf ein neues Mehrwochenhoch. Und der DAX folgt der Wall Street nach oben, der Markt flirtet schon wieder mit der Marke von 11.200 Punkten.
 
Die US-Notenbank gab in der Nacht Hinweise darauf, dass man angestrengt daran arbeite, einen Plan zu entwerfen, der klar und transparent aufzeigen soll, wie mit dem verbleibenden Vorrat an Staatsanleihen und Hypothekenpapieren in der Bilanz umgegangen werden soll. Es sollte also bald ein klares Communiqué zu diesem Thema geben. Und wenn man den Worten des Chefs Powell Glauben schenken darf, dürfte die Fed ihre Bilanz wahrscheinlich ungefähr dort belassen, wo sie jetzt ist und eben nicht vollständig durch Verkäufe von Staatsanleihen abbauen. Wie soll das auch gehen? Die amerikanische Regierung wird sich massiv neu verschulden müssen und da ist es Idealismus, eine Geldpolitik zu betreiben, in der die Notenbank massiv anfängt, auch noch Anleihen in den Markt zu geben. 
 
Auch die Europäische Zentralbank wird bald wieder mit Langfristtendern beginnen und damit sicherstellen, dass die Zinsen unten und die europäische Wirtschaft gestützt bleiben werden. Die chinesische Notenbank hat ohnehin schon seit Monaten den Fuß wieder auf dem geldpolitischen Gaspedal, und zwar in Richtung Flutung der Märkte mit billigem Geld. Das alles stützt aktuell die Aktienkurse, zusammen mit der Hoffnung, dass beim Brexit, im Handelsstreit, der Mauer an der Grenze zu Mexiko und ihrer Finanzierung am Ende alles gut ausgeht. 

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