Die Anleger in Frankfurt und New York warten ab und wagen sich vor den Inflationsdaten am Mittwoch nicht zu weit aus der Deckung. Im Deutschen Aktienindex ist die Bereitschaft der Anleger zu Gewinnmitnahmen nach der starken Rally verständlicherweise gestiegen. 900 Punkte oder fünf Prozent in sechs Handelstagen sind eine beeindruckende Serie. Allerdings wäre der Ausbruch auf das neue Rekordhoch technisch betrachtet erst als gelungen einzustufen, wenn der Markt heute keine Schwäche zeigt. Ansonsten könnte es sich um eine Bullenfalle gehandelt haben.

Zeigen die Inflationsdaten allerdings morgen wie gewünscht einen Rückgang des Preisanstiegs in den USA, könnte ein Ausbruch der Indizes in New York auf neue Rekordstände auch die Rally im DAX bestätigen. Heute werden zunächst die Produzentenpreise einen Vorgeschmack auf die morgigen Zahlen geben. Dem Markt gefällt die Abkühlung am Arbeitsmarkt, aber ohne eine Abkühlung der Inflationsrate ist auch eine Zinswende der US-Notenbank vor der Wahl wenig wahrscheinlich. Die Anleger wollen darauf aber nicht länger warten und daher ist ein Rückgang der Inflation morgen quasi Pflicht.

Der Kakaopreis ist gestern um 20 Prozent eingebrochen. Seit dem Rekordhoch von über 12.000 Dollar pro Tonne vor vier Wochen ist der Preis sogar um 40 Prozent gefallen, nachdem er seit Anfang des Jahres um über 200 Prozent gestiegen war. Der Kursrutsch gestern steht in Verbindung mit Wettervorhersagen. In Ghana und Indonesien soll es in den kommenden Tagen ordentlich regnen, was die Ernteaussichten in diesen wichtigen Anbauländern merklich verbessert.

Es ist aber auch eine Implosion der Preise, nachdem diese durch eine kurzfristige Schieflage der Kakao-Einkäufer künstlich nach oben getrieben wurden. Ein solcher Short Squeeze bringt imposante Kursgewinne, die in der Regel nicht nachhaltig sind. So auch in diesem Fall. Der Preis pro Tonne liegt nun wieder bei 7.358 Dollar. Die Terminmärkte sehen für Lieferungen im Dezember einen weiteren Rückgang auf 5.246 Dollar pro Tonne.

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