Steigende Zinsen sind Gift für China. Und die US-Notenbank hat gestern genau das angedeutet. Denn sie ließ keinen Zweifel daran, dass die Forderungen Trumps nach einer langsameren Gangart nicht befolgt werden, im Gegenteil: Die Fed plant weitere Zinsanhebungen. Und die chinesischen Aktienmärkte sehen nicht gut aus. Im Hang Seng droht aus technischer Sicht ein Doppeltop und eine Fortsetzung der Korrektur.
Vor zehn Jahren war China noch mit 135 Prozent des BIPs verschuldet. Heute liegt die Rate bei 235 Prozent. Billiges Geld aus den USA hat China seit der Finanzkrise über Wasser gehalten. Aber in den letzten Jahren sieht man, dass jeder zusätzliche Dollar an neuen Schulden zu immer weniger zusätzlichem Wachstum führte. Die Welt sorgt sich wieder um eine harte Landung Chinas. Nur dieses Mal von einem noch viel höheren Niveau aus. Chinas Premier fordert deshalb tiefere US-Zinsen, um im Gegenzug auf die Forderungen des Präsidenten im Handelsstreit einzugehen. Trump sind aber die Hände gebunden. Es sei denn, er entlässt Notenbankchef Powell. Das ist aber schwer geworden, jetzt wo das Repräsentantenhaus demokratisch geworden ist. Also eine verfahrene Situation.
Auch im deutschen Aktienindex deutet sich ein Doppeltop an. Der Index ist im Bärenmarkt. Anleger nutzen in diesen Tagen Kurserholungen immer wieder zum Verkauf. Zuletzt erneut um die Marke von 11.700 Punkten herum. Eine Unterstützung auf dem Weg nach unten liegt aktuell bei 11.396 Punkten.
Auch der Euro korrigiert weiter. Die Hoffnung auf ein Ende der Dollar-Rally ist mit dem gestrigen geldpolitischen Ausblick der amerikanischen Notenbank verflogen. Das drückt zusätzlich auf China, weil dadurch auch der Yuan abwertet. Damit werten im Gegenzug die Kredite auf, ein Teufelskreis aus schwacher eigener Währung und steigenden Zinsen.
20 Prozent ging es jetzt schon im Ölpreis nach unten. Es ist eine Mischung aus weltweit steigender Produktion und einer sinkenden Nachfrage. Auch hier spiegelt sich die Rezessionsangst in China wider.
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