Auch vom Rutsch des Deutschen Aktienindex zu Wochenbeginn lassen sich die Anleger nicht aus dem Tritt bringen – das kleine Minus von gestern heute schon wieder Makulatur. Schon marginale Kursrückgänge locken bereits wieder Käufer in den Markt, die damit eine Korrektur verhindern. Die Nachfrage nach Aktien wird derzeit durch eine weltweite Zunahme der Geldmenge beflügelt. Die Zinsen fallen wieder, der US-Dollar wertet ab und die Liquidität im Markt erhöht sich. 

Die weltweite Geldmenge fiel Anfang Oktober kurzzeitig unter 96 Billionen US-Dollar und steigt bis heute wieder auf 98,2 Billionen US-Dollar an. Seit dem Frühjahr reduzierte sie sich aufgrund der synchronen Straffung der Geldpolitik quasi aller weltweiten Zentralbanken von knapp unter 104 Billionen US-Dollar immer weiter. Die nun einsetzende Gegenbewegung in Sachen Liquidität führt zu einer Rückkehr der Risikobereitschaft der Anleger.  

Auch deshalb erleben die Emerging Markets gerade einen Bullenmarkt. Der indische Nifty-50-Leitindex notiert auf einem Rekordhoch. Und der DAX profitiert über einen hohen Exportanteil von der wirtschaftlichen Aktivität in Asien. 

Chinas Regierung steuert seit mehreren Wochen geldpolitisch ebenfalls gegen und will so einen zu tiefen Abschwung in der Wirtschaft verhindern. Sie hat die Kreditbedingungen gelockert und versucht, die Delle im Wachstum auszubügeln. Dass die chinesischen Börsen nach Veröffentlichung der schwachen Einkaufsmanagerdaten gestern ihre starken Gewinne verteidigen konnten, zeigt, dass die Anleger bereits nach vorn blicken. Sie setzen auf eine Lockerung der Covid-Regeln und bereits wieder auf einen Aufschwung der chinesischen Konjunktur.

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