Die jüngste Entwicklung am Aktienmarkt war ungesund. Die Aufwärtsbewegung an der Wall Street setzte sich in den vergangenen Tagen fast ausschließlich bei Technologieaktien fort, während sich der breite Markt fast gar nicht von der Stelle bewegte. Die Investoren wurden wie auf einer Welle in die Aktien gespült, die en vogue und schon gut gelaufen sind und trieben damit die Kurse von Tesla, Alphabet, Apple, Amazon, Facebook und Netflix in rasantem Tempo immer weiter nach oben. Hier kann es schnell zu einer starken Gegenbewegung kommen, wenn nur wenige auf die Idee kommen, Gewinne auch mal mitzunehmen. Dann könnte eine Situation entstehen, in der jeder zu dieser einen Tür nach draußen möchte – gleichzeitig und ungeordnet - mit entsprechenden Folgen auch für den Gesamtmarkt.

Mit eben dieser Erkenntnis und der Tatsache, dass die Infektionszahlen in den USA weiter auf neue Rekorde klettern, werden die Anleger an der Wall Street, aber auch an der Frankfurter Börse zunehmend nervös. Seit Anfang Juni steigen die Corona-Zahlen weltweit wieder an und seitdem bewegte sich der Aktienmarkt lediglich seitwärts. Die Fortsetzung der ersten oder die zweite Infektionswelle – auch darüber herrscht noch Uneinigkeit – war bislang allerdings nicht in der Lage, den Trend zu drehen. Ob der Gesamtmarkt seinen im März begonnen Aufwärtstrend fortsetzen kann oder nicht, könnte sich nun in den nächsten Tagen entscheiden. 

Für den Moment ist im Deutschen Aktienindex abwarten angesagt. Bei 12.500 Punkten könnte die Entscheidung zumindest in Frankfurt fallen. Bricht die Unterstützung, droht dem Markt zunächst ein Rückfall in die alte Handelsspanne des Junis. Wird sie verteidigt, könnte ein erneuter Angriff auf 12.766 Punkte erfolgen. 

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