• WTI fällt auf das Niveau vor dem US-Iran-Krieg, da nachlassende Versorgungsängste im Nahen Osten die Preise belasten.
  • Der EIA-Bericht verzeichnet den zehnten wöchentlichen Rückgang der US-Rohölbestände in Folge, doch der Rückgang fällt hinter den Erwartungen zurück.
  • Es wird erwartet, dass die OPEC+ bei der Sitzung am Sonntag eine weitere Produktionssteigerung genehmigt.

US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) bleibt am Mittwoch unter Druck, da sich die Rohölströme durch die Straße von Hormus verbessern und die Preise auf das Niveau vor dem US-Iran-Krieg zurückdrücken, was die jüngsten US-Lagerdaten in den Schatten stellt. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wird WTI bei rund 68,13 USD pro Barrel gehandelt, ein Tagesverlust von fast 2,60 %.

Die US Energy Information Administration (EIA) berichtete, dass die kommerziellen Rohölbestände in der Woche bis zum 26. Juni um 3,775 Millionen Barrel zurückgingen, was den zehnten wöchentlichen Rückgang in Folge markiert. Der Rückgang fiel jedoch geringer aus als die Markterwartungen von 5,1 Millionen Barrel und folgte auf einen Rückgang von 6,088 Millionen Barrel in der Vorwoche. Die US-Rohölbestände sanken zudem auf den niedrigsten Stand seit September 2018.

Das Öl hat einen Großteil seines geopolitischen Risikoaufschlags eingebüßt, da der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus nach dem vorläufigen US-Iran-Friedensabkommen vom letzten Monat weiter zunimmt. Die beiden Seiten haben jedoch noch keinen endgültigen Vertrag abgeschlossen, da weiterhin Differenzen über Inspektionen des iranischen Atomprogramms und die zukünftige Verwaltung der Straße von Hormus bestehen.

Teheran besteht darauf, dass die strategische Wasserstraße unter seine Hoheit fällt und möchte Transitgebühren für Handelsschiffe erheben, während die Vereinigten Staaten darauf bestehen, dass die Wasserstraße für den freien Handel offen bleiben soll.

Zur bärischen Stimmung trägt bei, dass Reuters am Mittwoch berichtete, dass die Organisation der erdölexportierenden Länder und ihre Verbündeten (OPEC+) voraussichtlich eine weitere Produktionssteigerung genehmigen werden, wenn die Gruppe am Sonntag zusammenkommt.

Nach Angaben von drei Quellen wird das Bündnis voraussichtlich sein Produktionsziel im August um rund 188.000 Barrel pro Tag erhöhen, was den für Juni und Juli angekündigten Steigerungen entspricht.

WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.

Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.

Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.

Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.

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