• WTI fehlt eine feste Richtung, während Händler gespannt auf die zweite Runde der US-Iran-Gespräche warten.
  • Geopolitische Risiken bleiben im Spiel, unterstützen die Rohölpreise und begrenzen die Abwärtsbewegung.
  • Wetten auf Zinssenkungen der Fed halten die USD-Bullen in der Defensive und unterstützen ebenfalls den Rohstoff.

Die Preise für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) haben am Montag Mühe, von einem moderaten Anstieg im asiatischen Handel zu profitieren und notieren derzeit knapp unter der 63,00 USD-Marke, was einem Anstieg von weniger als 0,40% für den Tag entspricht. Der Rohstoff bleibt unterdessen nahe einem fast zweiwöchigen Tief, das am Freitag erreicht wurde, während die Händler gespannt auf die zweite Runde der indirekten US-Iran-Gespräche in dieser Woche warten.

Die beiden Länder haben Anfang dieses Monats die Verhandlungen wieder aufgenommen, um ihren jahrzehntelangen Streit über das iranische Atomprogramm zu klären. US-Präsident Donald Trump sagte letzte Woche, dass ein Deal mit dem Iran im nächsten Monat möglich sei. Darüber hinaus hat der Iran Bereitschaft zu Kompromissen gezeigt, um ein Atomabkommen mit den USA wiederzubeleben, das beiden Seiten wirtschaftliche Vorteile bringt. Dies verringert die Wahrscheinlichkeit eines militärischen Konflikts und das Risiko von Lieferunterbrechungen, was wiederum als Gegenwind für die Rohölpreise wirkt.

Die USA haben jedoch einen zweiten Flugzeugträger in die Region entsandt und bereiten sich auf die Möglichkeit einer anhaltenden Militärkampagne vor, falls die Gespräche nicht erfolgreich sind. Als Reaktion haben die Revolutionsgarden des Iran gewarnt, dass sie gegen jede US-Militärbasis reagieren könnten, falls es zu Angriffen auf ihr Territorium kommt. Dies hält den geopolitischen Risikoaufschlag im Spiel und bietet etwas Unterstützung für die Rohölpreise, was eine gewisse Vorsicht für aggressive bärische Händler oder Positionierungen für einen nennenswerten Rückgang rechtfertigt.

Unterdessen haben die schwächeren US-Verbraucherinflationszahlen, die am Freitag veröffentlicht wurden, die Marktwetten angehoben, dass die US-Notenbank (Fed) die Kreditkosten im Juni senken wird. Dies wiederum hilft dem US-Dollar (USD) nicht, nennenswerte Käufer anzuziehen, was wiederum als Rückenwind für den auf USD lautenden Rohstoff angesehen wird. Daher ist ein starkes Nachfolgeverkauf erforderlich, um ein kurzfristiges Hoch der Rohölpreise im Bereich von 66,25 USD oder einem fast fünfmonatigen Hoch, das im Januar erreicht wurde, zu bestätigen.

WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.

Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.

Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.

Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.

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