• WTI behält eine bullische Tendenz bei, da eskalierende US-Iran-Spannungen die geopolitische Risikoprämie im Spiel halten.
  • Sorgen über Versorgungsunterbrechungen aufgrund von Zusammenstößen in der Straße von Hormus könnten die Ölpreise weiter stützen.
  • Die Bullen legen eine Pause ein, da der Fokus des Marktes weiterhin auf der Veröffentlichung der US-Inflationsdaten gerichtet bleibt.

West Texas Intermediate (WTI) – der US-Benchmarkpreis für Rohöl – erreicht während der asiatischen Sitzung am Mittwoch ein frisches Drei-Monats-Hoch im Bereich von 92,50 USD, wenngleich es an Anschlusskäufen fehlt. Nichtsdestotrotz scheint der Rohstoff angesichts der eskalierenden US-Iran-Spannungen weiter steigen zu können.

In den jüngsten Entwicklungen rund um die Nahostkrise griffen die USA iranische Öltanker im Golf von Oman und in der Nähe der Insel Kharg an. Iran reagierte darauf mit dem Abschuss von über 30 Raketen auf US-Streitkräfte, die auf dem Stützpunkt Al Azraq in Jordanien stationiert sind. Darüber hinaus warnte das Korps der Islamischen Revolutionsgarden Irans (IRGC), dass auch Schiffe in kuwaitischen und bahrainischen Häfen, in denen US-Streitkräfte stationiert sind, ins Visier genommen werden könnten. Dies hält die geopolitische Risikoprämie im Spiel, die weiterhin als Rückenwind für die Rohölpreise wirken sollte.

Unterdessen haben die anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus belastet. Hinzu kommt, dass Irans Sicherheitschef Mohsen Rezaei sagte, Teheran bereite sich darauf vor, als Reaktion auf die Wirtschaftssanktionen eine vollständige Blockade rund um die strategische Wasserstraße durchzusetzen. Darüber hinaus hat Iran Vergeltung für weitere US-Angriffe auf seine Vermögenswerte angedroht und gewarnt, dass die Energieinfrastruktur im gesamten Golf verwundbar sei, was die Befürchtungen über eine längere Unterbrechung der Ölversorgung verstärkt.

Der vorgenannte unterstützende fundamentale Hintergrund bestätigt den kurzfristig positiven Ausblick und deutet darauf hin, dass der Weg des geringsten Widerstands für das schwarze Gold weiterhin nach oben führt. Die Bullen scheinen jedoch zögerlich, neue Wetten einzugehen, und ziehen es vor, die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten abzuwarten, um Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zu erhalten. Der Ausblick wiederum wird eine Schlüsselrolle dabei spielen, den US-Dollar (USD) zu beeinflussen und USD-denominierten Rohstoffen, einschließlich der Rohölpreise, etwas Auftrieb zu verleihen.

WTI daily chart

Chart Analysis WTI US OIL

Technische Analyse

WTI liegt weiterhin deutlich über dem einfachen 200-Tage-Durchschnitt (SMA) bei 78,52 USD und versucht nun, das Momentum über das 61,8%-Fibonacci-Retracement bei 91,88 USD hinaus auszubauen. Die Momentum-Indikatoren bleiben konstruktiv. Tatsächlich deutet der Relative Strength Index (14) nahe 66 auf einen starken, aber noch nicht extremen Kaufdruck hin. Darüber hinaus ist der Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Indikator positiv und liegt über der Nulllinie, was auf anhaltenden Aufwärtsimpuls hindeutet.

Unterdessen ist der unmittelbare Widerstand erst beim 78,6%-Fibo-Retracement bei 98,69 USD zu sehen, gefolgt vom Zyklushoch bei 107,36 USD. Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung beim 50%-Retracement bei 87,10 USD und beim 38,2%-Niveau bei 82,32 USD. Darunter schützen der 200-Tage-SMA nahe 78,52 USD und das 23,6%-Retracement bei 76,40 USD vor einem tieferen Pullback in Richtung des strukturellen Tiefs bei 66,84 USD.

(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)

WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.

Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.

Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.

Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.

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