Die DAX Futures stehen aktuell an einer Stelle, an der es für Anleger richtig spannend wird. Auf dem Tageschart notiert der Kurs bei 25.884,5 Punkten und damit mitten in einer technisch wichtigen Unterstützungszone. Noch halten die Käufer dagegen. Doch der Druck nimmt zu.
Besonders die Marke von 25.750 Punkten rückt jetzt in den Fokus. Fällt der DAX Future nachhaltig darunter, könnte sich die jüngste Schwäche schnell zu einer neuen Verkaufswelle ausweiten. Auf der anderen Seite fehlt den Bullen derzeit die Kraft, um sich deutlich nach oben abzusetzen.
Damit ist die Ausgangslage klar: Der DAX steckt zwischen wichtigen Unterstützungen und Widerständen fest. Genau solche Phasen können länger ruhig wirken, bevor sich die aufgestaute Spannung plötzlich entlädt.

DAX Futures kämpfen um eine wichtige Unterstützung
Ein Blick auf den Chart zeigt, warum der aktuelle Bereich so wichtig ist. Der DAX Future notiert mit 25.884,5 Punkten praktisch direkt am 50-Tage-Durchschnitt bei 25.843 Punkten. Nur etwas tiefer verlaufen der SuperTrend bei 25.792 Punkten und die Unterkante der Ichimoku-Wolke bei rund 25.690 Punkten.
Mehrere wichtige technische Marken liegen damit auf engem Raum zusammen.
Das ist grundsätzlich positiv, weil solche Cluster häufig als Unterstützung wirken. Gleichzeitig erhöht sich aber das Risiko, sobald diese Zone nach unten durchbrochen wird.
Das kurzfristige Bild ist bereits leicht negativ. Der DAX Future notiert weiterhin unter dem 20-Tage-Durchschnitt bei 26.201 Punkten. Solange diese Marke nicht zurückerobert wird, bleibt der kurzfristige Trend angeschlagen.
Auch die Momentum-Indikatoren geben den Bären derzeit etwas mehr Rückenwind. Der MACD ist klar negativ und liegt bei 22,15 gegenüber 96,65. Der RSI steht bei 44,92 und damit unter der neutralen Marke von 50.
Das bedeutet nicht automatisch, dass der DAX jetzt abstürzt. Es zeigt aber, dass die Verkäufer zuletzt an Einfluss gewonnen haben.
Interessant ist auch die jüngste Doji-Kerze direkt im Bereich der Unterstützung. Ein Doji entsteht, wenn Eröffnungs- und Schlusskurs sehr nah beieinander liegen. Käufer und Verkäufer liefern sich dann gewissermaßen ein Patt.
Gerade an einer wichtigen Unterstützung kann so etwas relevant werden. Denn sobald eine Seite die Oberhand gewinnt, kann sich die Bewegung schnell beschleunigen.
Das Doppeltop erhöht den Druck
Hinzu kommt ein weiteres Warnsignal.
Bei 26.665 Punkten hat sich ein mögliches Doppeltop gebildet, das aktuell zu rund 50 % ausgebildet ist.
Ein Doppeltop entsteht, wenn der Kurs zweimal an einem ähnlichen Hoch scheitert. Technisch gilt diese Formation häufig als Hinweis darauf, dass ein Aufwärtstrend an Kraft verliert und eine stärkere Korrektur folgen könnte.
Bestätigt ist das Muster noch nicht.
Es wäre daher falsch, bereits jetzt von einem sicheren Abwärtssignal zu sprechen. Trotzdem passt die Formation zum derzeit etwas schwächeren Gesamtbild.
Vor allem unterhalb von 25.750 Punkten würde sich die Situation deutlich verschlechtern.
Für bearish orientierte Trader wäre genau dieser Bereich der erste interessante Auslöser. Ein aggressiver Ansatz würde auf einen Bruch bei 25.750 Punkten setzen. Als Absicherung könnte ein Stop bei 26.140 Punkten dienen.
Die möglichen Ziele liegen anschließend bei 24.970, 24.805 und 24.360 Punkten.
Beim ersten Ziel ergibt sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von etwa 2,0. Bis zum dritten Ziel steigt es auf rund 3,56.
Wer etwas geduldiger vorgehen möchte, könnte dagegen auf einen tieferen Bruch unter die Ichimoku-Zone warten. Ein möglicher Einstieg läge dann bei rund 25.650 Punkten, während der Stop ebenfalls bei 26.140 Punkten angesetzt werden könnte.
Die Kursziele bleiben unverändert.
Der Vorteil dieses späteren Einstiegs liegt im besseren Chance-Risiko-Verhältnis. Bis zum ersten Ziel liegt es bei ungefähr 2,29, bis zum dritten sogar bei rund 3,87.
Warum sind genau diese Marken wichtig?
Die Zone um 25.750 Punkte liegt nahe am SuperTrend. Ein Schlusskurs darunter wäre ein Zeichen dafür, dass das kurzfristige Momentum weiter nach unten kippt.
Der Stop oberhalb von 26.140 Punkten würde wiederum genügend Abstand zum aktuellen Seitwärtsbereich lassen. Grundlage dafür ist ein Puffer von rund dem 1,5-Fachen der Average True Range.
Die Kursziele ergeben sich aus Fibonacci-Retracements sowie dem Bereich des 200-Tage-Durchschnitts.
Sollte das erste Ziel bei 24.970 Punkten erreicht werden, wäre es möglich, den Stop auf den Einstiegskurs nachzuziehen. Beim zweiten Ziel bei 24.805 Punkten könnte dann der 20-Tage-Durchschnitt als Orientierung für einen nachlaufenden Stop dienen.
Wichtig ist dabei aber auch die Gegenseite.
Sollte der DAX Future nach einem kurzen Ausbruch nach unten plötzlich wieder über 26.215 Punkte steigen, könnte es sich um einen Fehlausbruch handeln. Dann wäre das bearishe Szenario zunächst deutlich schwächer.
Warum Anleger jetzt nicht zu früh aufspringen sollten
So interessant die aktuelle Lage auch ist, gerade jetzt liegt eine der größten Gefahren darin, zu früh zu handeln.
Zwischen etwa 25.840 und 26.200 Punkten befindet sich der DAX Future in einer technisch schwierigen Zone.
Mehrere gleitende Durchschnitte liegen eng beieinander, gleichzeitig nimmt das Volumen ab. Der Markt sucht also noch nach einer klaren Richtung.
Solche Phasen sind für Trader oft unangenehm.
Der Kurs springt nach oben, fällt wieder zurück, startet den nächsten Versuch und dreht erneut. Wer jedem kleinen Ausbruch hinterherläuft, kann dabei schnell mehrfach auf dem falschen Fuß erwischt werden.
Besonders oberhalb von 26.200 Punkten droht derzeit eine mögliche Bullenfalle.
Steigt der DAX Future kurz über diese Marke, ohne dass gleichzeitig das Volumen deutlich zunimmt, könnte der Ausbruch schnell wieder in sich zusammenfallen.
Genau deshalb erscheint Geduld momentan wichtiger als Aktionismus.
Ein klarer Ausbruch mit entsprechendem Volumen wäre deutlich aussagekräftiger als eine kurze Bewegung innerhalb dieser engen Handelsspanne.
Diese Marken sind bei den DAX Futures jetzt entscheidend
Die technische Lage lässt sich im Kern auf wenige Bereiche reduzieren.
Zwischen 25.690 und 25.843 Punkten liegt aktuell die wichtigste Unterstützungszone. Dort treffen der 50-Tage-Durchschnitt, der SuperTrend und die Unterkante der Ichimoku-Wolke aufeinander.
Solange diese Zone hält, haben die Käufer weiterhin die Chance auf eine Stabilisierung.
Fällt der DAX Future aber unter 25.690 Punkte, würde gleich ein ganzes Bündel technischer Unterstützungen verloren gehen.
Dann könnte sich die Korrektur deutlich ausweiten.
Auf der Oberseite bleibt dagegen die Zone um 26.200 Punkte wichtig. Erst wenn der DAX Future diesen Bereich zurückerobert und der Ausbruch durch Volumen bestätigt wird, würde sich das kurzfristige Bild wieder klar verbessern.
Auch die aktuelle Schwankungsbreite sollte man nicht unterschätzen.
Die Average True Range liegt bei 259,68 Punkten. Damit sind tägliche Bewegungen von rund 1 % weiterhin realistisch.
Das passt zur aktuellen Situation.
Der Markt wirkt auf den ersten Blick ruhig, steht technisch aber unter Spannung.
Und genau das macht die kommenden Handelstage so interessant.
Mein Fazit
Die DAX Futures stehen aktuell an einem echten Scheideweg.
Noch hält die Unterstützungszone rund um 25.690 bis 25.843 Punkte. Doch Momentum, MACD und RSI zeigen, dass die Verkäufer zuletzt stärker geworden sind. Gleichzeitig erhöht das mögliche Doppeltop bei 26.665 Punkten das Risiko einer tieferen Korrektur.
Der entscheidende Bereich liegt nun bei 25.750 Punkten.
Fällt der DAX Future nachhaltig darunter, dürfte sich das technische Bild deutlich verschlechtern. Unterhalb von 25.690 Punkten wäre dann sogar der Weg zu deutlich tieferen Kurszielen geöffnet.
Auf der anderen Seite reicht ein kurzer Sprung über 26.200 Punkte noch nicht aus, um Entwarnung zu geben. Erst ein sauber bestätigter Ausbruch mit entsprechendem Volumen würde die Lage wieder zugunsten der Käufer drehen.
Bis dahin spricht vieles dafür, nicht mitten in der aktuellen Seitwärtszone aktiv zu werden.
Denn genau hier ist das Risiko am größten, von einem Fehlausbruch erwischt zu werden.
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