• Hawkische Fed-Protokolle heben den US-Dollar, während Japans Verbraucherpreisindex (CPI) auf 1,5% sinkt und den Druck auf die BoJ verringert.
  • Die FOMC-Protokolle vom Mittwoch schlugen einen hawkischen Ton an, wobei mehrere Mitglieder darauf hinwiesen, dass Zinserhöhungen nicht ausgeschlossen werden können, wenn die Inflation wieder anzieht, was USD/JPY zurück in Richtung der 155,00-Marke drängte.
  • Japans nationaler Verbraucherpreisindex (CPI) für Januar fiel von 2,1% auf 1,5%, während der Kern-CPI ohne frische Lebensmittel auf 2,0% zurückging; die US-Kern-Personal Consumption Expenditures (PCE) am Freitag sind der nächste wichtige Test für die Zinserwartungen.

Die FOMC-Protokolle vom Mittwoch aus der Januarsitzung der Federal Open Market Committee (FOMC) zeigten ein tief gespaltenes Komitee, wobei die 10-2-Abstimmung für einen Verbleib bei 3,50% bis 3,75% von Formulierungen begleitet wurde, die eine Disinflation als potenziell „langsamer und ungleichmäßiger“ als erwartet beschreiben. Mehrere Teilnehmer bevorzugten eine „zweiseitige“ Anleitung, die ausdrücklich die Option einer Zinserhöhung offenlassen würde, eine hawkische Wende, die den US-Dollar stärkte und den Yen zu seinem schärfsten Rückgang an einem Tag in diesem Monat drängte. Der japanische nationale CPI für Januar fiel am Donnerstag stark auf 1,5% im Jahresvergleich von 2,1% und fiel damit zum ersten Mal seit Monaten unter das Ziel von 2% der Bank of Japan (BoJ), während der Kern-CPI ohne frische Lebensmittel von 2,4% auf 2,0% zurückging und der Kern-CPI ohne Lebensmittel und Energie von 2,9% auf 2,6% sank. Der weichere Inflationswert könnte die Erwartungen für eine Zinserhöhung der BoJ im April von derzeit 0,75% dämpfen, obwohl die Märkte dieser Bewegung immer noch eine Wahrscheinlichkeit von etwa 80% zuweisen.

Auf der US-Seite waren die Daten am Donnerstag fest, mit den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe bei 206K (unter dem Konsens von 225K) und dem Philadelphia Fed Manufacturing Survey, der auf 16,3 gegenüber 8,5 erwarteten Punkten sprang. Die US-BIP-Daten für das vierte Quartal (Konsens 3%, zuvor 4,4%), der Kern-PCE (Konsens 2,9%, zuvor 2,8%) und die vorläufigen S&P Global Einkaufsmanagerindex (PMI)-Daten runden die Woche ab.

Kampf am 50-Tage-EMA nahe 155,00

Im Tageschart bewegte sich USD/JPY am Donnerstag nahe 155,00 und lag knapp unter dem sich abflachenden 50-Tage-Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt (EMA) bei 155,30, nachdem es sich von dem bisherigen Jahrestief von 152,10 erholt hatte, das zu Beginn dieses Monats verzeichnet wurde. Der 200-Tage-EMA bei 152,42 liegt weiterhin deutlich darunter, sodass die langfristige bullische Struktur von den Tiefs Ende 2025 weiterhin gültig ist, aber das Paar handelt seit Mitte Januar in einer schwankenden Spanne von 152,00 bis 158,00. Der scharfe Ausverkauf von dem Hoch bei 159,45 auf das Tief bei 152,10 hat den Großteil der Januar-Rallye zurückgenommen, und das Paar contestiert nun den 50-Tage-EMA als Pivot-Level. Der Stochastische Oszillator nähert sich der überverkauften Zone, nachdem er bärisch gekreuzt hat, was auf kurzfristigen Abwärtsdruck hindeutet, obwohl ein Abprallen aus diesem Bereich mit dem breiteren Muster des Range-Handels übereinstimmen würde. Die letzten Sitzungen zeigen abwechselnd bullische und bärische Kerzen mit sich ausdehnenden Körpern, was auf eine zweiseitige Volatilität um die 155,00-Marke hinweist. Der Widerstand liegt bei 156,00 und im Bereich von 158,00; ein nachhaltiger Ausbruch über den 50-Tage-EMA würde das obere Ende der Spanne anvisieren. Die Unterstützung liegt bei 153,00 und dem 200-Tage-EMA nahe 152,42, mit dem Tief bei 152,10 darunter.

USD/JPY Tageschart


Japanischer Yen - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.

Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.

Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.

Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.

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