- US-Dollar-Index kämpft, da Händler erneute Inflationssorgen gegen ein sich abschwächendes US-Wirtschaftsumfeld abwägen.
- Unklare Vorgaben von Fed-Chef Kevin Warsh trüben den langfristigen Ausblick des Dollars.
- Die Nachfrage nach sicheren Häfen aufgrund anhaltender Spannungen im Nahen Osten könnte den Greenback begrenzen.
Der US Dollar Index (DXY), der den Wert des US-Dollars (USD) gegenüber sechs wichtigen Währungen misst, verliert am zweiten Tag in Folge an Boden und notiert während der asiatischen Sitzung am Donnerstag bei rund 101,00.
Der Greenback steht unter Abwärtsdruck, da Händler erneute Inflationssorgen, ausgelöst durch stark steigende Energiekosten, gegen ein sich abschwächendes US-Wirtschaftsumfeld abwägen. Während die Märkte allgemein erwarten, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinssätze auf ihrer bevorstehenden Sitzung unverändert lässt, haben sich die geldpolitischen Erwartungen verschoben und unklare Vorgaben des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh dem langfristigen Ausblick des Dollars eine zusätzliche Unsicherheitsebene hinzugefügt.
Die Abwärtsbewegung des US-Dollars könnte jedoch durch die Nachfrage nach sicheren Häfen begrenzt werden, da die Spannungen im Nahen Osten weiterhin im Fokus bleiben. Die Spannungen eskalierten stark, nachdem US-Präsident Donald Trump damit gedroht hatte, iranische Infrastruktur anzugreifen, falls Teheran Schiffe im Transit durch die Straße von Hormus ins Visier nimmt, woraufhin der Iran eine schnelle Vergeltung gegen mit den USA verbundene Energieanlagen in der gesamten Region ankündigte.
Vom Iran unterstützte Huthi-Milizen starteten Raketen- und Drohnenangriffe auf zwei saudische Öltanker im Roten Meer. Der Angriff markiert die ersten direkten Attacken auf Tanker in diesem Gewässer, gefährdet eine wichtige alternative Exportroute für saudisches Rohöl und eröffnet eine gefährliche neue Front im Konflikt.
US-Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der US-Dollar (USD) ist die offizielle Währung der Vereinigten Staaten und in vielen weiteren Ländern als „de facto“-Währung im Umlauf. Er ist die am häufigsten gehandelte Währung weltweit und dominiert mit 88 % des globalen Devisenhandels. Daten von 2022 zeigen, dass täglich ein Handelsvolumen von rund 6,6 Billionen US-Dollar umgesetzt wird. Der US-Dollar löste nach dem Zweiten Weltkrieg das Britische Pfund als Weltreservewährung ab, nachdem der Goldstandard 1971 abgeschafft wurde.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des US-Dollars beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Federal Reserve (Fed) bestimmt wird. Die Fed hat zwei Hauptziele: Preisstabilität (Inflationskontrolle) und Förderung der Vollbeschäftigung. Ihr primäres Werkzeug zur Erreichung dieser Ziele ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Preise zu schnell steigen und die Inflation über dem Ziel von 2 % liegt, erhöht die Fed die Zinsen, was dem Wert des US-Dollars zugutekommt. Fällt die Inflation unter 2 % oder ist die Arbeitslosenquote zu hoch, senkt die Fed möglicherweise die Zinsen, was den Greenback belastet.
In außergewöhnlichen Situationen greift die Federal Reserve auf Maßnahmen wie die quantitative Lockerung (QE) zurück. Dies geschieht, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um das Finanzsystem zu stabilisieren. QE ermöglicht es der Fed, mehr Geld zu drucken und US-Staatsanleihen von Banken zu kaufen, um die Kreditvergabe anzukurbeln. Diese expansive Maßnahme schwächt in der Regel den US-Dollar, da sie die Geldmenge erhöht und das Vertrauen in die Währung senkt.
Quantitative Tightening (QT) stellt den umgekehrten Prozess zu Quantitative Easing (QE) dar. Die US-Notenbank Federal Reserve beendet den Ankauf von Anleihen und investiert die fällig werdenden Rückzahlungen nicht in neue Anleihen. In der Regel wirkt sich dieser Prozess positiv auf den US-Dollar aus.
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