Die türkische Zentralbank (CBRT) hat ihren einwöchigen Repo-Satz um 100 Basispunkte auf 36,0 Prozent gesenkt. Auch die Übernachtzinsen wurden entsprechend reduziert. Wie Commerzbank-Ökonom Tatha Ghose erläutert, hält die Notenbank trotz der gestiegenen Ölpreise und der damit verbundenen Inflationsrisiken an ihrem Lockerungskurs fest. Nach Einschätzung der Währungshüter bestätigen die jüngsten Konjunkturindikatoren inzwischen eine nachlassende Inflation. Gleichzeitig will sich die Zentralbank bei weiteren Zinsschritten von Sitzung zu Sitzung entscheiden. Die Commerzbank rechnet damit, dass der US-Dollar bis zum Jahresende auf 52,0 türkische Lira steigen wird.
Türkische Zentralbank setzt Zinssenkungen fort
„Die türkische Zentralbank (CBRT) hat ihren einwöchigen Repo-Satz gestern wie erwartet um 100 Basispunkte von 37,0 auf 36,0 Prozent gesenkt. Gleichzeitig reduzierte sie beide Übernachtzinsen um jeweils 100 Basispunkte. Der Spitzenrefinanzierungssatz liegt damit bei 39,0 Prozent, der Einlagesatz bei 34,5 Prozent.“
„Die Änderungen gegenüber der Erklärung vom September fallen zwar gering aus, sind aber durchaus aufschlussreich. Während die Zentralbank zuvor noch davon gesprochen hatte, dass die Inflationsindikatoren auf eine Abschwächung hindeuten, erklärt sie nun mit größerer Bestimmtheit, dass die Daten eine Verlangsamung des zugrunde liegenden Inflationstrends bestätigen.“
„Dieses gestiegene Vertrauen stützt sich vor allem auf die niedrigere Inflationsrate im September. Wir halten es allerdings für möglich, dass es sich dabei um einen einmaligen Effekt handelt, der auf den vorübergehenden Rückgang der Preise für importierte Energie in den Vormonaten zurückzuführen ist. Inzwischen ist der Ölpreis wieder auf über 110 US-Dollar je Barrel gestiegen. Die Zentralbank räumt zwar weiterhin ein, dass die hohen Energiepreise ein Aufwärtsrisiko für die Inflation darstellen. Offenbar hält sie dieses Risiko jedoch nicht für ausreichend, um weitere Zinssenkungen aufzuschieben.“
„Auch ihre Einschätzung der Realwirtschaft hat die Zentralbank leicht angepasst. Demnach deutet die wirtschaftliche Entwicklung auf eine anhaltende Schwäche hin. Die wichtigste Ergänzung betrifft allerdings die künftigen geldpolitischen Entscheidungen: Über Umfang und Zeitpunkt weiterer Maßnahmen soll von Sitzung zu Sitzung mit der gebotenen Vorsicht entschieden werden.“
„Das könnte der Zentralbank bei einzelnen Entscheidungen mehr Flexibilität verschaffen, ändert jedoch nichts an der grundsätzlichen Richtung ihrer Geldpolitik. Die CBRT hat sich inzwischen auf einen Zinssenkungskurs festgelegt, auch wenn sie möglicherweise einzelne Sitzungen ohne weiteren Zinsschritt verstreichen lässt. Wir erwarten, dass USD/TRY bis zum Jahresende bei 52,0 notieren wird.“
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