Die Ökonomen der DBS Group Research um Chua Han Teng gehen davon aus, dass die Bank of Thailand (BoT) ihren Leitzins nach der zweiten unveränderten Zinsentscheidung in Folge bis Ende 2026 bei 1,00 Prozent belassen wird. Dem Bericht zufolge setzt die Notenbank weiterhin auf die Unterstützung der ungleichmäßigen wirtschaftlichen Erholung und misst vorübergehenden, angebotsbedingten Inflationsimpulsen nur begrenzte Bedeutung bei. Die Wachstumsprognosen wurden leicht angepasst, während die Inflation im Zeitverlauf wieder in Richtung des Zielkorridors zurückkehren dürfte.

BoT belässt Zinsen zur Unterstützung der Konjunkturerholung unverändert

"Die Bank of Thailand (BoT) hat ihren Leitzins auf ihrer Sitzung am 24. Juni bei 1,00 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit fast vier Jahren belassen. Es war die zweite einstimmige Entscheidung in Folge, die Geldpolitik unverändert zu lassen. Damit unterschied sich die BoT von anderen Notenbanken in Südostasien, die ihre Leitzinsen angesichts des Iran-Kriegs angehoben haben, um ihre Währungen zu stützen und die Inflationserwartungen zu verankern. Wir halten an unserer Einschätzung fest, dass die BoT den Leitzins bis Ende 2026 unverändert lassen wird, im Einklang mit den Erwartungen am Rentenmarkt."

"Einerseits kam die BoT zu dem Schluss, dass der lockere geldpolitische Kurs die wirtschaftliche Erholung unterstützt. Das deutet darauf hin, dass trotz steigender Inflation kaum Anlass für weitere Zinssenkungen besteht. Andererseits dürften die Währungshüter die vorübergehenden, angebotsseitig bedingten Inflationsimpulse ausblenden und auf Zinserhöhungen verzichten."

"Die Erklärung der BoT vom Juni schlug aus unserer Sicht einen ausgewogenen Ton an und unterstrich einen geduldigen geldpolitischen Kurs. Zwar hoben die Währungshüter ihre Prognose für das BIP-Wachstum 2026 auf 2,3 Prozent von zuvor 1,5 Prozent an, gleichzeitig senkten sie jedoch ihre Wachstumsprognose für 2027 auf 1,8 Prozent von zuvor 2,0 Prozent. Insgesamt werde das Wirtschaftswachstum weiterhin als niedrig und uneinheitlich eingeschätzt."

"Zudem senkten die Behörden ihre Inflationsprognosen für 2026 und 2027 leicht auf 2,8 beziehungsweise 1,4 Prozent nach zuvor 2,9 und 1,5 Prozent. Dies spiegele die vorsichtige Erwartung wider, dass die Inflation kurzfristig wegen höherer Energie- und Produktionskosten oberhalb des Zielkorridors von ein bis drei Prozent bleiben dürfte, bevor sie im kommenden Jahr wieder unter die Mitte dieses Zielbereichs zurückfällt."

"Nach Einschätzung der Zentralbank war die jüngste Abwertung des thailändischen Baht gegenüber dem US-Dollar auf eine veränderte geldpolitische Ausrichtung der US-Notenbank Fed zurückzuführen und nicht auf länderspezifische Faktoren, die einige andere Regionalwährungen belasteten. Aus unserer Sicht folgte die jüngste Schwäche des Baht auf eine Phase relativer Stärke angesichts der weiterhin robusten außenwirtschaftlichen Position des Landes. Das könnte den Tourismus stützen und die Finanzierungsbedingungen für kleinere Exporteure verbessern."

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