• Silber fällt auf den niedrigsten Stand seit dem 23. März und verliert im Tagesverlauf 0,58 % auf rund 63,00 USD.
  • Steigende Erwartungen an Zinserhöhungen der Fed belasten weiterhin zinslose Edelmetalle.
  • Die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und Iran stützen den USD stärker als traditionelle sichere Häfen.

Silber (XAG/USD) setzt am Donnerstag seine bärische Bewegung fort und handelt zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei rund 63,00 USD, ein Tagesverlust von 0,58 %. Das weiße Metall bleibt unter Druck, da Anleger den Ausblick für die US-Geldpolitik nach einer weiteren Runde starker Inflationsdaten und einem sich verschärfenden geopolitischen Umfeld im Nahen Osten neu bewerten.

Der Rückgang bei Silber erfolgt, während die Märkte zunehmend den US-Dollar (USD) als bevorzugten sicheren Hafen favorisieren. Trotz der eskalierenden Spannungen zwischen Washington und Teheran verlagern sich defensive Kapitalflüsse zugunsten des Greenbacks, gestützt durch steigende Renditen von US-Staatsanleihen.

Der Präsident der Vereinigten Staaten (USA), Donald Trump, erklärte am Donnerstag, dass die USA den Iran „heute Abend sehr hart treffen“ würden, was die Befürchtungen einer weiteren militärischen Eskalation und deren Auswirkungen auf die Energiemärkte verstärkt. Die Ölpreise sind seit Beginn des Krieges erhöht geblieben, was die Sorgen um die globale Inflation anheizt.

Vor diesem Hintergrund preisen Anleger zunehmend einen aggressiveren Straffungskurs der Federal Reserve (Fed) ein. Die in dieser Woche veröffentlichten Inflationsdaten zeigten anhaltenden Preisdruck, während der Erzeugerpreisindex (PPI) im Mai mit 6,5 % im Jahresvergleich den höchsten Stand seit November 2022 erreichte. Infolgedessen stiegen die US-Renditen, was den US-Dollar stützte und die Attraktivität zinsloser Anlagen schmälert.

Dem CME FedWatch Tool zufolge messen die Märkte nun einer mindestens einen Zinserhöhung der Fed vor Jahresende eine hohe Wahrscheinlichkeit bei. Diese Entwicklung ist negativ für Silber, dessen Attraktivität tendenziell abnimmt, wenn die Realrenditen steigen.

Analysten bei ING weisen ebenfalls darauf hin, dass Edelmetalle eng mit der Entwicklung der US-Staatsanleihenrenditen und den Erwartungen an die Geldpolitik der Federal Reserve verbunden bleiben. Da der US-Dollar seine Stärke behält und die Renditen von Staatsanleihen weiterhin nach oben tendieren, steht Silber weiterhin unter erheblichem Verkaufsdruck, während Händler den Fokus auf bevorstehende US-Wirtschaftsdaten und Entwicklungen im Nahostkonflikt richten.

Silber - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Silber ist ein Edelmetall, das bei Investoren sehr gefragt ist. Es wurde in der Vergangenheit als Wertanlage und Tauschmittel verwendet. Obwohl Silber weniger populär ist als Gold, können Anleger es wegen seines inneren Wertes zur Diversifizierung ihres Anlageportfolios oder als potenzielle Absicherung in Zeiten hoher Inflation nutzen. Anleger können Silber physisch in Form von Münzen oder Barren kaufen oder über Instrumente wie börsengehandelte Fonds handeln, die den Silberpreis an den internationalen Märkten nachbilden.

Der Silberpreis kann durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden.Geopolitische Instabilität oder die Angst vor einer tiefen Rezession können den Silberpreis aufgrund seines Status als sicherer Hafen in die Höhe treiben, wenn auch in geringerem Maße als Gold. Als Vermögenswert ohne Zinsen steigt der Silberpreis tendenziell, wenn die Zinssätze sinken. Seine Bewegungen hängen auch von der Entwicklung des US-Dollars (USD) ab, der wiederum von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden kann. Ein starker Dollar hält den Silberpreis tendenziell niedrig, während ein schwächerer Dollar den Preis wahrscheinlich nach oben treibt. Andere Faktoren wie die Investitionsnachfrage, das Minenangebot - Silber wird viel häufiger abgebaut als Gold - und die Recyclingquoten können sich ebenfalls auf die Preise auswirken.

Silber wird häufig in der Industrie verwendet, insbesondere in Bereichen wie Elektronik und Solarenergie, wo es eine der höchsten elektrischen Leitfähigkeiten aller Metalle aufweist - höher als die von Kupfer und Gold. Ein Anstieg der Nachfrage kann zu höheren Preisen führen, während ein Rückgang tendenziell zu niedrigeren Preisen führt. Die Dynamik der Volkswirtschaften der USA, Chinas und Indiens kann ebenfalls zu Preisschwankungen beitragen: In den USA und insbesondere in China wird Silber in verschiedenen Prozessen der großen Industriezweige eingesetzt; in Indien spielt auch die Nachfrage der Verbraucher nach dem Edelmetall für Schmuck eine wichtige Rolle bei der Preisbildung.

Der Silberpreis folgt in der Regel den Bewegungen des Goldpreises. Wenn der Goldpreis steigt, folgt der Silberpreis in der Regel diesem Trend, vor allem weil beide als sichere Anlage gelten. Das Gold-Silber-Verhältnis, das angibt, wie viele Unzen Silber benötigt werden, um den Wert einer Unze Gold zu erreichen, kann helfen, die relative Bewertung der beiden Metalle zu bestimmen. Einige Anleger halten ein hohes Verhältnis für einen Indikator dafür, dass Silber unterbewertet und Gold überbewertet ist. Umgekehrt könnte ein niedriges Verhältnis darauf hindeuten, dass Gold im Vergleich zu Silber unterbewertet ist.

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