Shein wagt den Börsengang in Hongkong - Bewertung schrumpft drastisch


Der Fast-Fashion-Konzern Shein bereitet seinen lange erwarteten Börsengang in Hongkong vor. Die Aktien sollen erstmals am 1. September an der Hongkonger Börse gehandelt werden. Das Unternehmen strebt dabei eine Bewertung von bis zu 26,8 Milliarden US-Dollar an.

Zuvor waren Versuche gescheitert, Shein in den USA und in London an die Börse zu bringen. Dort war das Unternehmen wegen seiner Geschäftspraktiken und Lieferketten verstärkt ins Visier der Aufsichtsbehörden geraten.

Für den Börsengang will Shein knapp 280 Millionen Aktien zu einem Preis zwischen 47,60 und 49,50 Hongkong-Dollar je Anteilsschein anbieten. Am oberen Ende der Preisspanne könnte das Unternehmen damit rund 1,77 Milliarden US-Dollar einnehmen. Die Bewertung würde sich auf 26,8 Milliarden Dollar belaufen. Begleitet wird die Transaktion von Goldman Sachs, Morgan Stanley und JPMorgan.

Damit liegt die angestrebte Bewertung deutlich unter den rund 100 Milliarden Dollar, mit denen Shein im Jahr 2022 bewertet worden war. Hintergrund sind ein schwächeres Wachstum und steigende Kosten. Im ersten Quartal verbuchte der Konzern einen Nettoverlust von 99 Millionen Dollar. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte noch ein Nettogewinn von 395 Millionen Dollar zu Buche gestanden.

Zusätzlichen Druck bringen Änderungen der US-Einfuhrbestimmungen. Dazu gehört die Abschaffung der sogenannten De-minimis-Ausnahme für Waren mit geringem Wert, die Sheins schnelle Expansion auf dem US-Markt begünstigt hatte. Höhere Zölle könnten zu steigenden Preisen führen und damit den Kostenvorteil gegenüber Wettbewerbern wie H&M und Primark verringern.

Trotz dieser Belastungen wuchs die Zahl der aktiven Shein-Kunden weiter. Ende März 2026 kam das Unternehmen auf 281 Millionen aktive Kunden und damit auf mehr als 16 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

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