• USD/CHF steigt, da der US-Dollar nach dem jüngsten US-Inflationsbericht zulegt.
  • Die Unsicherheit rund um die Straße von Hormus hält die Ölpreise und Inflationsrisiken im Fokus.
  • Das schwache Inflationsumfeld in der Schweiz lässt die SNB auf Kurs, ihre Nullzinspolitik beizubehalten.

Der Schweizer Franken (CHF) schwächt sich am Mittwoch gegenüber dem US-Dollar (USD) ab, da der Greenback nach der Veröffentlichung der jüngsten Inflationsdaten aus den Vereinigten Staaten (USA) Käufer anzieht. Händler achten zudem weiterhin auf Entwicklungen im Nahen Osten. Bei Redaktionsschluss notiert USD/CHF bei rund 0,8052 und damit etwa 0,47% höher im Tagesverlauf.

Der Gesamtindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) stieg im Juli im Monatsvergleich um 0,2% und übertraf damit die Prognose von 0,1% sowie drehte den Rückgang von 0,1% im Juni um. Auf Jahresbasis verharrte die Gesamtinflation bei 3,7% und lag damit über den Markterwartungen von 3,6%.

Derweil stieg der Kern-PCE-Preisindex, das von der US-Notenbank Fed bevorzugte Maß für die zugrunde liegende Inflation, im Monatsvergleich um 0,2% und entsprach damit den Erwartungen, beschleunigte sich jedoch gegenüber dem im Juni verzeichneten Anstieg von 0,1%. Die jährliche Kerninflation verharrte bei 3,3% und lag ebenfalls im Rahmen der Prognosen.

Obwohl die Inflationsdaten die Erwartungen bestärkten, dass die Fed die Zinsen auf ihrer bevorstehenden Sitzung unverändert lassen wird, liegt die Inflation weiterhin deutlich über dem 2%-Ziel der Zentralbank. Gleichzeitig halten die Spannungen im Nahen Osten die Ölpreise auf erhöhtem Niveau und trüben den Inflationsausblick, wodurch die Möglichkeit einer Zinserhöhung im Raum bleibt.

Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei rund 99,16 und damit fast 0,25% höher im Tagesverlauf. Der Greenback geriet in der vergangenen Woche unter Verkaufsdruck, nachdem das US-Finanzministerium überraschend eine Ausweitung der Rückkäufe länger laufender Staatsanleihen angekündigt hatte, was die Sorgen über steigende Schulden und die fiskalische Glaubwürdigkeit neu entfachte.

Auf geopolitischer Ebene haben Iran und Oman bislang keine Einigung über den Transit durch die Straße von Hormus finalisiert, wie eine hochrangige iranische Quelle Reuters mitteilte. Teheran beharrt darauf, dass die USA ihre Seeblockade aufheben und der Krieg enden müsse, bevor der normale Schiffsverkehr durch die wichtige Wasserstraße wieder aufgenommen werden könne.

US-Präsident Donald Trump sagte Al Jazeera zudem, dass es keinen Zeitplan für die Wiederaufnahme von Friedensgesprächen mit dem Iran gebe, und fügte hinzu, dass sowohl wirtschaftlicher Druck als auch militärische Maßnahmen Wirkung zeigten.

Auf Schweizer Seite verbesserte sich der ZEW-Erwartungsindex im August auf 12,1 von zuvor 10,0. Das gedämpfte Inflationsumfeld in der Schweiz stützt jedoch die Erwartung, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Leitzins das ganze Jahr über bei 0% belassen wird, was die Unterstützung für den Schweizer Franken begrenzt.

SNB - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) steuert die Geldpolitik des Landes und strebt eine jährliche Inflationsrate von unter 2 % an, um Preisstabilität zu gewährleisten.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) legt die Zinssätze fest, um die Preisstabilität zu gewährleisten. Wenn die Inflation über das Ziel hinausgeht, erhöht die SNB die Zinsen, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinsen stärken den Schweizer Franken (CHF), während niedrigere Zinsen ihn schwächen.

Die SNB greift zudem regelmäßig in den Devisenmarkt ein, um eine übermäßige Aufwertung des Schweizer Frankens zu verhindern, da ein starker Franken die Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten Schweizer Wirtschaft belastet. Zwischen 2011 und 2015 führte die SNB sogar eine feste Bindung des Frankens an den Euro ein, um dessen Aufwertung zu stoppen. Heute interveniert die Bank, indem sie ihre umfangreichen Devisenreserven nutzt, um Fremdwährungen wie den US-Dollar oder den Euro zu kaufen. In Zeiten hoher Inflation, insbesondere getrieben durch steigende Energiepreise, verzichtet die SNB jedoch auf Eingriffe, da ein starker Franken die Energieimporte verbilligt und so den Inflationsdruck auf Schweizer Haushalte und Unternehmen mildert.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) überprüft viermal jährlich, im März, Juni, September und Dezember, ihre geldpolitische Ausrichtung. Dabei veröffentlicht sie auch eine mittelfristige Inflationsprognose, die in den darauffolgenden Monaten das geldpolitische Umfeld maßgeblich prägen kann.

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