- Chinesische Anleger zogen im Juni rund 2,22 Milliarden US-Dollar aus inländischen Gold-Börsengehandelten Fonds (ETFs) ab, der höchste monatliche Betrag seit Beginn der Aufzeichnungen.
- Anleger entschieden sich, Gewinne mitzunehmen, da die Risikobereitschaft zunahm und der Fokus auf Aktien verschoben wurde.
- Die Nachfrage nach Gold über ETFs aus China blieb im ersten Halbjahr trotz des Rückgangs im Juni erheblich.
Chinesische Anleger reduzierten ihre Gold-ETF-Bestände im Juni deutlich, was die globalen Abflüsse in diesem Monat verschärfte, da die lokale Risikobereitschaft der Anleger angesichts von Kursgewinnen am Aktienmarkt und einem schwächeren Goldpreis weiter zunahm, wie Daten des World Gold Council (WGC) zeigen.
Physisch gedeckte Gold-ETFs auf dem chinesischen Festland verzeichneten im Juni Abflüsse von 2,22 Milliarden US-Dollar, der höchste monatliche Wert seit Beginn der Aufzeichnungen, so die am Mittwoch veröffentlichten Daten. Im Monatsverlauf fielen die Goldpreise um mehr als 11 %, ähnlich dem Rückgang im Januar, da der US-Iran-Konflikt weiterhin Inflationsängste schürte und die Zentralbanken weiterhin mögliche Zinserhöhungen signalisierten.
„Diese Erwartung trug zu steigenden Realrenditen und einem stärkeren US-Dollar bei, was die Opportunitätskosten für Anleger, Gold zu halten, erhöhte“, erklärte das WGC.
Der Rückzug chinesischer Anleger ist bedeutend, da das Land der weltweit größte Markt für das Edelmetall ist. Der ETF mit den höchsten Abflüssen war der Huaan Yifu Gold ETF mit mehr als 1,1 Milliarden US-Dollar.
Weltweit verzeichneten Gold-ETFs im Juni Abflüsse von 8,9 Milliarden US-Dollar, angetrieben durch den Rückzug chinesischer Anleger, aber auch durch jene in den Vereinigten Staaten, mit Abhebungen von mehr als 5,3 Milliarden US-Dollar.

Über den Juni hinaus zeigen Daten des WGC, dass die globalen Gold-ETF-Zuflüsse im ersten Halbjahr mit rund 8 Milliarden US-Dollar positiv blieben. Asien dominierte die globalen Zuflüsse (die Region verzeichnete das stärkste erste Halbjahr seit Beginn der Aufzeichnungen), Europa verzeichnete ebenfalls Zuwächse, während Nordamerika die einzige Region mit Abflüssen war.

Mit Blick auf die Zukunft prognostiziert das WGC, dass sich die Gold-ETF-Zuflüsse stabilisieren könnten aufgrund des relativ stabilen Ausblicks für das Edelmetall für die zweite Jahreshälfte.
„Unsicherheiten im Zusammenhang mit Geopolitik, Wirtschaftswachstum und Finanzmärkten bleiben bestehen. Dieses Umfeld könnte die Anlegernachfrage nach Portfolioschutz weiterhin unterstützen und das Interesse an Gold-ETFs als strategische Safe-Haven-Allokation aufrechterhalten“, heißt es im Bericht.
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