Der Währungsstratege Tatha Ghose von der Commerzbank warnt vor einer weiteren Abwertung der türkischen Lira. Das Währungspaar USD/TRY gewinne an Dynamik in Richtung der Marke von 45, da sich das externe Umfeld für die Türkei verschlechtere und der Energieschock anhalte. Die bisherige Stabilität der Lira sei vor allem durch umfangreiche Devisenmarktinterventionen erkauft worden, die jedoch die Währungsreserven deutlich belastet hätten. Gleichzeitig seien Kapitalzuflüsse ins Stocken geraten, während sich das Leistungsbilanzdefizit ausgeweitet habe. Die jüngste Herabstufung des Ausblicks durch Fitch Ratings unterstreiche die steigenden Risiken durch den fortgesetzten Abbau der Reserven.
Begrenzte Eingriffsmöglichkeiten und wachsende Ungleichgewichte
"USD/TRY gewinnt an Dynamik und nähert sich der Marke von 45, da sich das externe Marktumfeld verschlechtert und der Energieschock weiter anhält."
"Der Wechselkurs befand sich ohnehin auf einem Abwertungspfad – stabilisiert wurde er im vergangenen Monat durch massive Interventionen zulasten der Devisenreserven, was sich jedoch nicht unbegrenzt fortsetzen lässt."
"Aktuelle Daten zeigen ein höheres Leistungsbilanzdefizit in der Türkei sowie ein Ausbleiben ausländischer Kapitalzuflüsse, da der Optimismus hinsichtlich sinkender Inflation seit Februar nachgelassen hat."
"Die Zentralbank der Türkei hat laut Fitch mehr als 50 Milliarden US-Dollar zur Stützung der Lira eingesetzt, und ein solcher Reservenabbau birgt erhebliche Risiken."
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