Julian Geib von ING beschreibt, wie Künstliche Intelligenz im Jahr 2026 klassische Wirtschaftssektoren verändert. Der Bau von Rechenzentren erlebt einen starken Aufschwung, steht jedoch unter Druck durch Energiebedarf und Kosten, während sich die Bautätigkeit in der EU voraussichtlich erholen dürfte. Die Investitionen großer Technologiekonzerne in KI steigen weiter kräftig, was Fragen zur Monetarisierung sowie zu Verschuldungsrisiken aufwirft. Im Gesundheitswesen könnten KI-Anwendungen den Fachkräftemangel abmildern und die Diagnostik verbessern, wenngleich Grenzen und Vorsicht bestehen bleiben.

KI verändert Bau, Investitionen und Gesundheitswesen

„Vor diesem Hintergrund erwarten wir, dass der EU-Bausektor 2026 auf den Wachstumspfad zurückkehrt. Der Bau von Rechenzentren bleibt trotz seiner Dynamik jedoch nur ein Teilsegment. Hohe Zinsen, Arbeitskräftemangel und anhaltend hohe Materialkosten belasten weiterhin den breiteren Sektor.“

„Für Nvidia-CEO Jensen Huang bleibt die Nachfrage ‚extrem hoch‘, und das aktuelle Investitionsniveau erscheint sowohl angemessen als auch tragfähig. Gleichzeitig wird das Wachstum der freien Cashflows für die großen Hyperscaler zunehmend zur Herausforderung, da sie verstärkt auf schuldenfinanzierte Investitionen setzen. Dies erhöht die Anfälligkeit des Finanzsystems, falls die erwarteten Renditen ausbleiben.“

„Die Monetarisierung verbessert sich, bleibt jedoch weiterhin deutlich hinter dem Umfang der Investitionen zurück. Die zentrale Unsicherheit für 2026 besteht darin, ob die Umsätze schnell genug steigen, um diese Kapitalintensität zu rechtfertigen, oder ob nachlassende Cashflows und eine wachsende Abhängigkeit von Fremdkapital frühe Grenzen signalisieren.“

„2026 könnte erste Hinweise liefern, wo KI Engpässe im Gesundheitswesen spürbar lindern kann – und wo Zurückhaltung geboten ist.“

„2026 wird nicht alle Antworten liefern, könnte aber die ersten Anhaltspunkte geben.“

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