- Das Paar USD/CAD steigt am Freitag in der frühen asiatischen Sitzung leicht auf rund 1,3980.
- Die jährliche US-EPI-Inflationsrate war die höchste seit November 2022.
- Die BoC beließ die Zinssätze am Mittwoch auf ihrer Juni-Sitzung unverändert.
Das Paar USD/CAD gewinnt am Freitag in den frühen europäischen Handelsstunden an Boden und nähert sich 1,3980, gestützt durch heiße US-Inflationsdaten. Die Händler werden die Entwicklungen rund um den US-Iran-Friedensvertrag genau beobachten. Die vorläufige Lesung des Michigan Consumer Sentiment Index für Juni wird später am Freitag erwartet.
Daten vom Donnerstag zeigten, dass die US-Erzeugerpreisindex (EPI)-Inflation im Mai stärker als erwartet gestiegen ist, was den größten jährlichen Anstieg seit dreieinhalb Jahren bedeutet, da der Konflikt im Nahen Osten die Kosten für Energieprodukte in die Höhe trieb.
„Die Fed verfehlt ihr Inflationsziel deutlich stärker als ihr Beschäftigungsziel“, sagte John Ryding, Chefökonom bei Brean Capital. „Der EPI-Bericht sollte diejenigen im FOMC weiter bestärken, die glauben, dass später im Jahr eine Zinserhöhung nötig sein könnte“, fügte Ryding hinzu.
US-Präsident Donald Trump sagte am Donnerstag, dass die USA und der Iran möglicherweise bereits an diesem Wochenende einen Friedensvertrag unterzeichnen könnten, der die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr wieder öffnen würde. Der Iran entgegnete, dass noch keine endgültige Entscheidung über eine Vereinbarung getroffen worden sei. Die Unsicherheit bleibt jedoch angesichts der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten hoch.
US-Streitkräfte haben am Donnerstag zwei iranische Einweg-Angriffs-Drohnen in der Nähe der Straße von Hormus abgefangen und abgeschossen, nachdem der Iran versucht hatte, Handelsschiffe auf der Wasserstraße anzugreifen, berichtete Fox News. Die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) erklärte, das Land sei stärker denn je und bereit, auf jede Aggression mit einer „entscheidenden, sofortigen, schmerzhaften und bedauernswerten Antwort“ zu reagieren.
Auf der Loonie-Front entschied die Bank of Canada (BoC) am Mittwoch erwartungsgemäß, ihren Leitzins unverändert zu belassen, und erklärte, dass sie nur begrenzte Hinweise darauf sehe, dass höhere Energiepreise eine breit angelegte Inflation antreiben.
Dennoch bekräftigte BoC-Gouverneur Tiff Macklem, dass die Bank nicht zögern werde, die Zinsen bei Bedarf zu erhöhen, um die Inflation unter Kontrolle zu halten. „Der Vorstand sieht weiterhin durch die kurzfristigen Auswirkungen des Krieges auf die Gesamtinflation hindurch, wird aber nicht zulassen, dass höhere Energiepreise zu einer anhaltenden Inflation werden“, heißt es in der BoC-Erklärung.
Kanadischer Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.
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